Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Der neue Sirnacher Turm auf der Hochwacht lässt weiterhin auf sich warten. Obwohl der Bau ursprünglich für dieses Jahr angekündigt war, stehen nun die Gründe für die Verzögerung fest. Gleichzeitig läuft das Crowdfunding überraschend gut.
Der neue Sirnacher Turm auf der Hochwacht ist weit mehr als ein Aussichtsbauwerk: Er ist ein Identifikationssymbol für das Dorf. Dennoch steht der Turm bis heute nicht. Wie Pascal Müller, Gemeinderat und Präsident der Baukommission, sowie Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi im Gespräch mit den «Wiler Nachrichten» erklären, entstand die Verzögerung nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Verantwortung.
Zu Beginn der Planung zeigte sich, dass das Fundament eine zentrale Herausforderung darstellt. Die ursprüngliche Ingenieurslösung hätte enorme Betonmengen benötigt – rund 30 Kubikmeter pro Stütze. Angesichts der steigenden Baupreise entschied die Baukommission,
Alternativen zu prüfen. «Eine Lösung mit Pfählen statt Betonfundamenten bringt nun massive Einsparungen, ohne die Stabilität des Turms zu beeinträchtigen», erklärt Gemeinderat Pascal Müller.
Ein weiterer Grund für das Zuwarten war der Bewilligungsprozess. Da der Turm ausserhalb der Bauzone entsteht, ist der Kanton besonders aufmerksam. Allgemein konnte erst nach der Bewilligung mit der Detailplanung begonnen werden. Zuerst musste das Tragwerk berechnet werden, woraus sich dann die Fundamente ergaben. Heute liegt die Genehmigung vor – ein Meilenstein, wie Müller betont. Man sei dankbar, dass der Kanton das Projekt trotz strenger Vorgaben unterstützt habe.
Finanziell ist das Vorhaben breit abgestützt. Drei Partner – die Raiffeisen Regio Sirnach, die Bürgergemeinde Sirnach und die Mobiliar – tragen laut Müller wesentlich zum Grundbudget von 300‘000 Franken bei. Die LAVA-Architekten GmbH steuert zudem das Turmdesign als Sponsoringleistung bei. Zudem, so verrät Manuela Fritschi, sprach auch Coop bei der Eröffnung ihrer Filiale in Sirnach 5000 Franken für Sitzgelegenheiten. Insgesamt müssen rund 100‘000 Franken aus Spenden und Sponsoring generiert werden. Die Verbindung zur lokalen Bevölkerung zeigt sich laut Pascal Müller auch in den Rückmeldungen: «Viele Sirnacherinnen und Sirnacher erinnern sich an den früheren Turm und möchten den neuen erleben. Zahlreiche Firmen, Vereine und Privatpersonen haben sich bereits engagiert.» Selbst Pascal Müller, wie er den WN verrät, hat eine Trittstufe gekauft.
Besonders positiv verläuft das Crowdfunding auf der Plattform «lokalhelden.ch». In den vergangenen Tagen sind bereits 4790 Franken zusammengekommen – bei einem Mindestziel von 5000 Franken und noch 84 verbleibenden Tagen. Für 20 Franken gibt es eine Einladung zur Eröffnungsfeier, für 100 Franken kommt man auf die Tafel mit allen Sponsoren. Wer 250 Franken bezahlt, bekommt ein Namenstäfeli auf der Treppenstufe. Man kann aber auch anonym spenden. «Als Wunschbetrag haben wir 10‘000 Franken angegeben. Wenn wir diesen Betrag erreichen sollten, wird der Turm noch lebendiger, schöner und stimmiger», verspricht der Präsident der Baukommission Pascal Müller.
Der neue Turm erhält drei Ebenen. Die Staketen an den Geländern werden aus Douglasienholz gefertigt, welches aus der Region stammen soll. Die Stützen sind aus Stahl. Die Struktur soll überraschende architektonische Elemente enthalten, wie Müller erklärt und erst sichtbar werden, wenn das Bauwerk final steht. Der Turm wird etwas niedriger als frühere Varianten, bietet aber dank 42 Tritten und geschickt verteilten Ebenen trotzdem ein Erlebnis.
Der offizielle Baubeginn ist laut Pascal Müller für das kommende Frühjahr vorgesehen. Dann sei das Gelände gut zugänglich, trockener und leichter zu bebauen. Die Module des Turms werden laut dem Gemeinderat vorfabriziert und können innert einer Woche aufgerichtet werden. «Wie Lego», schmunzelt Pascal Müller. Nach der Fertigstellung, die noch vor dem Sommer erfolgen soll, folgen weitere kleinere Arbeiten.
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