Arjeta Osmani
absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau.
Die ARA in Niederuzwil wird ihr Gesicht in den nächsten Jahren verändern.
Die 21 Delegierten des Abwasserverbands Thurau haben vor kurzem dem Nachtragskredit für die ARA Thurau geschlossen und ohne Gegenstimme zugestimmt. Nach intensiven Diskussionen in den vergangenen Monaten genehmigten sie einen um rund 75 Millionen Franken erhöhten Baukredit.
Niederuzwil Kaum ein Thema bewegte die Region in den vergangenen Wochen mehr als die ARA Thurau mit ihren Gesamtkosten von 217 Millionen Franken und Mehrkosten von 75 Millionen Franken. Parteiübergreifend wurden Forderungen laut. Die FDP forderte gar eine neue Volksabstimmung (WN, 19. März «Kostenexplosion bei der ARA sorgt für Kritik»). Die Verantwortlichen der ARA Thurau sahen sich deshalb mit zahlreichen Fragen konfrontiert. Im Zentrum standen laut ihren Angaben Themen wie Verantwortung, Kompetenzen, Controlling und Kontrolle, mögliche Fehlerquellen, fachliche Beurteilungen, Zweitmeinungen, Alternativen, die Finanzierung sowie der Erfüllungsgrad gesetzlicher Anforderungen. Delegierte und Verwaltungsrat haben diese Diskussionen nach eigenen Angaben aufgenommen und betonen in einer Mitteilung, sich ihrer Verantwortung gegenüber der Region bewusst zu sein. Im Vorfeld der Versammlung hätten sie die zentralen Punkte nicht nur vertieft geprüft, sondern sich auch mit weiteren Aspekten auseinandergesetzt, die bislang weniger im öffentlichen Fokus standen. Dazu zählen unter anderem Quervergleiche, Einschätzungen zu möglichen Lieferrisiken sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse.
Vor diesem Hintergrund sahen sich die Delegierten an der Versammlung nach eigenen Angaben in der Lage, einen fundierten Entscheid zu treffen. Sie wurden seit der Verbandsgründung im Frühjahr 2023 laufend über die Entwicklungsschritte informiert und in Zwischenentscheide einbezogen. Auch die Gemeinderäte der elf beteiligten Gemeinden hatten ausreichend Zeit, sich ein umfassendes Bild zu machen und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Vertreter politischer Parteien konnten die Projektentwicklung im Rahmen eines Austauschs ebenfalls nachvollziehen. Und so fiel der Entscheid am Ende ohne Gegenstimme.
Das gemeinsame Ziel des Gewässerschutzes sowie die Gesamtkonzeption des Systems, das bestehendeInfrastruktur mit der neuen ARA verbindet, erwiesen sich laut den Verantwortlichen als tragfähig. Mögliche Alternativen hätten weder zeitlich noch qualitativ oder finanziell ein vergleichbares Niveau erreicht. Die ARA Thurau setzt die gesetzlichen Anforderungen effizient und wirksam um. Markus Gresch, Geschäftsführer der ARA Thurau, zeigt sich erfreut: «Dieser Entscheid ist ein wichtiger Meilenstein. Wir haben Klarheit und eine solide Basis. Ich freue mich auf den Baustart – hoffentlich noch in diesem Jahr.»
Das von den Delegierten mit dem Nachtragskredit beschlossene Bauprojekt weist nun Gesamtkosten von rund 217 Millionen Franken aus. Es basiert auf einem detaillierten Bauprojekt mit präziser Kostenbasis per Oktober 2025. Nach Abzug der erwarteten Bundesbeiträge belaufen sich die Nettokosten auf knapp 200 Millionen Franken. Verwaltungsratspräsident Lucas Keel betont sowohl die Dimension des Projekts als auch die Bedeutung der Zusammenarbeit: «Seit 14 Jahren arbeiten wir an diesem Vorhaben. Mal steht es stärker im Rampenlicht, mal weniger. Wir erfüllen einen gesellschaftlichen Auftrag im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen. Bis zum Abschluss werden noch rund neun Jahre vergehen. Umsicht, Beharrlichkeit und Kontinuität sind entscheidend. Dieser Entscheid war ein wichtiger Schritt.»
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