Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Nach dem Hangrutsch im vergangenen Jahr ist die Letzistrasse in Lütisburg unpassierbar. Nun liegt das Baugesuch für eine massive Stützmauer vor, die den Hang langfristig sichern soll.
Lütisburg Die Sperrung der Letzi-strasse aufgrund des Hangrutsches im vergangenen Jahr führte zu einem Verkehrschaos. Zu Stosszeiten verursachte das Nadelöhr der Toggenburger- und Flawilerstrasse in Lütisburg kilometerlange Staus. SVP-Kantonsrat Christian Vogel forderte deshalb Anfang November 2024 mittels einer Petition «Verbindung ins Toggenburg sichern» ein rasches Handeln der Regierung (WN vom 7. November 2024). «Die SVP-Toggenburg konnte inzwischen die Petition mit 1800 Unterschriften dem Lütisburger Gemeinderat überreichen», freut sich Vogel.
Neben der SVP meldete sich auch die FDP zu Wort. Eine rasche Lösung der Situation forderten deshalb auch die Kantonsräte Ruben Schuler und Andrea Abderhalden. Sie reichten kurz darauf eine einfache Anfrage bei der Regierung ein (WN vom 28. November 2024). Mittels einer Lichtsignalanlage sollte sich die Verkehrssituation beruhigen. «Der Kanton hat unbürokratisch und pragmatisch geholfen. Mit einer zusätzlichen Abbiegespur in Richtung Dorf und der stetigen Justierung der Lichtsignalanlage ist sie heute einwandfrei eingestellt», sagt er. Die Entwicklungen bewertet Schuler positiv: «Der Hang konnte bis heute gut stabilisiert werden und grössere Rutschungen wurden vermieden.» Der FDP-Kantonsrat ist mit der Reaktion der Behörden zufrieden: «Dass nun bereits das Baugesuch auf dem Tisch liegt, ist erfreulich.»
Verantwortlich für das Bauprojekt ist die Schällibaum Ingenieure und Architekten AG aus Wattwil. Wie der Gemeinderat in einer Mitteilung verkündete, belaufen sich die Totalkosten der Hangsicherung auf rund 8,1 Millionen Franken. Wer soll das bezahlen? In einer Interpellation im September 2024 stellten die Toggenburger SVP-Kantonsräte diese Frage. Gemäss Gesetz könne der Kanton bei Naturereignissen wie dem Hangrutsch die Kosten teilweise übernehmen. Weiter dürfe der Kanton nicht wegschauen, da ohne Letzistrasse bei einem Unfall auf seiner Kantonsstrasse das ganze Toggenburg abgeschnitten wäre, so die SVP Toggenburg. Die St.Galler Regierung sagte daraufhin eine Rückerstattung von bis zu 75 Prozent zu. Für SVP-Kantonsrat Vogel ein wichtiger Schritt: «Eine starke Region hat gute Strassen. Staus und Umwege sind teuer und ärgerlich. Die Letzistrasse muss für die Bevölkerung und das Gewerbe wieder aufgebaut werden.»
Das Projekt «Hangsicherung» muss nun von der Gemeinde und dem Kanton genehmigt werden. Um den Hang langfristig zu sichern, soll eine massive Stützmauer entlang der Thurböschung im Gewässerraum gebaut werden. Die Stützmauer soll auf stabilen Pfählen ruhen und mit einem erdbewehrten Metallgitter zusätzlich gesichert werden, damit weder Wasserdruck noch erneute Rutschungen entstehen. Ziel der Gemeinde sei es, im Dezember die Arbeiten vergeben zu können. Die Realisierung der Hangsicherung soll laut des Gemeinderates voraussichtlich Anfang 2026 beginnen. «Es bleibt zu hoffen, dass der Hang stabil bleibt und die auszuführenden Arbeiten gelingen», sagt Ruben Schuler. Bis 2027 soll der Hang vollständig gesichert sein – damit die Letzistrasse künftig dauerhaft offenbleiben kann.
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Anfang April 2024 kam es im Thurprallhang unterhalb der Letzistrasse zu einem grösseren Hangrutsch. Aufgrund von weiteren Nachrutschern und einer gefährlichen Gasleitung im verlaufenden Gehweg wurde im August 2024 die Letzistrasse bis auf den Langsamverkehr gesperrt. Ende Oktober 2024 wurde als Sofortmassnahme eine filterstabile Schüttung eingebaut, um den Hangfuss zu stabilisieren und so die Ausdehnung des Rutsches zu verhindern.
Für so eine wichtige Hangsicherung hat man, nur für die Planung, 18 Monate gebraucht? Unglaubliches Tempo.
Günter antworten
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