Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
In der Weihnachtszeit sticht ein Haus an der Gupfenstrasse besonders heraus, denn Marco Knittel verwandelt sein Zuhause zum fünften Mal in ein Weihnachtswunderland.
Uzwil Lichterketten, Weihnachtsmänner, Zuckerstangen und ein riesiger Schriftzug, der den Passantinnen und Passanten «Frohe Weihnachten» wünscht. Ein Haus sticht in der Weihnachtszeit an der Gupfenstrasse ganz besonders heraus: das Zuhause von Marco Knittel und seiner Familie. Seit fünf Jahren ist das Haus ein wortwörtlicher Lichtblick, doch wie hat das alles angefangen?
«In unserem vorherigen Zuhause in Gossau war es uns nicht erlaubt, zu dekorieren. Nicht mal eine Lichterkette am Balkon», bedauert der gelernte Innendekorateur. «Als wir 2019 nach Uzwil zogen, waren auf einmal alle Möglichkeiten offen.» Sein Vermieter unterstützte Marco Knittel in seinem Vorhaben und so erstrahlte 2020 sein Haus zum ersten Mal in weihnachtlichem Glanz. «Anfangs baute ich sehr viele Elemente selbst», erinnert er sich. So habe der 48-Jährige den Wegweiser zum Nordpol von Grund auf selbst gebaut. «Wohin er überall führen sollte, war die Frage», so Knittel, «der Nordpol, Bethlehem und Santa's Werkstatt waren rasch klar.» Er richtete die bemalte Holztafel mit einem Kompass sogar nach dem Nordpol aus: «Auch die Richtung nach Bethlehem stimmt tatsächlich», verrät der Uzwiler. Aber nicht nur den Wegweiser, auch die Zuckerstangen erstellte Marco Knittel aus Schaumstoffrohren, Draht und buntem Klebeband selbst.
Neben den eigens gebauten Elementen bekommt der selbsternannte Weihnachtsfreak Dekorationen geschenkt oder kauft sie gebraucht: «Als sich eine Firma auflöste, konnte ich einiges an Deko, unter anderem den ‹Frohe Weihnachten›-Schriftzug, übernehmen.» Einiges, wie den grossen Stern an der Hauswand, bekam Marco Knittel von Freunden geschenkt. «Zwischen Ende Oktober und Anfang November beginne ich mit dem Aufbau», sagt Knittel. Eingeschaltet werde die Beleuchtung dann eine Woche vor dem ersten Advent. «Anscheinend war ich dieses Jahr spät dran», lacht er. «Meine Frau wurde oft angesprochen, ob wir die Deko dieses Jahr wieder machen.»
Auch während der Strommangellage vor drei Jahren war für ihn klar: «Die Weihnachtsbeleuchtung bleibt an, ich zahle schliesslich den Strom.» Doch diese sei im Dezember nur minimal höher als den Rest des Jahres, betont Knittel. «Das meiste sind LED-Lichter, die kaum mehr Strom benötigen.» Da verbrauche ein Föhn in 30 Minuten mehr, als die gesamte Beleuchtung, liess sich Knittel von einem Fachmann sagen. «Die Lichter sollen den Menschen Freude bereiten», verrät der Familienvater seine grösste Motivation. Vor allem in der dunklen Zeit ging dieser Wunsch auf: «Wir erhielten viele Briefe und kleine Geschenke», erinnert sich der 48-Jährige.
Auf Kritik stösst er damit so gut wie nie: «Dieses Jahr erreichte uns die erste kritische Meinung.» Es sei einer Dame zu hell, so Knittel. Damit könne er aber gut umgehen. «Die Freude in den Augen der Kinder und die vielen positiven Begegnungen können eine Kritik aufwiegen», schmunzelt er. Im Gegenteil, für Marco Knittel ist vor allem das Dach noch deutlich zu dunkel: «Ich kann mir vorstellen, auf dem Dach eine fixe Konstruktion zu montieren.» Ein weiterer Wunsch, den sich der Uzwiler noch nicht erfüllt hat, ist ein grosses Rentier. «Aus Jux haben meine Frau und ich auch schon über lebende Tiere gesprochen.» Dies sei jedoch nicht realistisch. «Ein grosses aus Plastik, wie es sie in den USA gibt, kann ich mir aber vorstellen», zwinkert Marco Knittel.
Von Dominique Thomi
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