Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Verkehrsvereinspräsident Thomas Rüegg sucht seit zwei Jahren einen Nachfolger.
Traditionen, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement: Alles, wofür der Verkehrs-verein steht, hängt derzeit am seidenen Faden.
Lütisburg «Der Verkehrsverein hat klare Leistungsaufgaben zu erfüllen und eignet sich deshalb nicht gut für einen Zusammenschluss mit anderen Vereinen», sagt Präsident Thomas Rüegg. Bereits 2024 gab er den Rücktritt als Präsident bekannt. Bis heute wurde kein Nachfolger gefunden. «Zudem ist eine weitere Position im Vorstand offen», ergänzt Rüegg. «Wenn wir bis Ende März keine geeigneten Leute finden, ist der Verkehrsverein Lütisburg Geschichte», bedauert er. Was würde das für die Gemeinde bedeuten?
Bereits jetzt habe das Kulturprogramm infolge des Mitgliederabganges, abgenommen: «Anlässe wie die 1. Augustfeier und die Sportverleihung ‹Top of Lütisburg› mussten schon aufgegeben werden. Das Chlausen am Lichterfest würde nach der Vereinsauflösung ebenfalls nicht mehr vom Verkehrsverein unterstützt werden können», weiss der Vereinspräsident. «Das Chlausen war immer gut besucht und würde mit Sicherheit fehlen», betont Rüegg. Viele dieser Veranstaltungen finden an den Wochenenden statt. Genau hier sieht Rüegg den Haken: «Die Bereitschaft, sein Wochenende für einen Verein zu investieren, nimmt kontinuierlich ab.» So habe man unter den Mitgliedern zwar tolle Ideen, der Wille, sie umzusetzen, würde allerdings oft fehlen. Auch Kritik, die man als Präsident ab und an erhalte, sei nicht förderlich, um einen neuen Vorstandsvorsitzenden zu finden: «Es ist nicht viel, aber es kommt vor. Als Präsident ist man jedoch das Aushängeschild des Vereins», so Rüegg.
«Die Hauptaufgaben des Verkehrsvereins Lütisburg sind der Unterhalt der Wanderwege, der rund 43 Ruhebänke sowie der zwei grossen Feuerstellen beim Komik- und Windrädliweg», weiss der Vereinspräsident. Im Frühling sei die Zeit, so Rüegg, in der man die Wanderwege wieder fit für Besucherinnen und Besucher mache: «Das 23 Kilometer lange Wandernetz wird instandgesetzt und in einen ordentlichen Zustand gebracht», erzählt Thomas Rüegg. Die Lütisburger Wanderwege würden hauptsächlich von externen Wanderern genutzt: «Rund 90 Prozent kommen nicht aus der Gemeinde», so Rüegg. Sollte sich der Verein nun in zwei Monaten auflösen, so sei für den Unterhalt der Wanderwege gesorgt: «Ich habe vor rund einer Woche erfahren, dass die Gemeinde eine Arbeitsgruppe bilden würde», ist Thomas Rüegg erleichtert. Somit wären die finanziellen Aspekte durch die Gemeinde abgesichert. «In der Arbeitsgruppe wären sicherlich auch Vorstandsmitglieder aus dem Verkehrsverein vertreten», sagt er.
Neben der praktischen Arbeit könnte es auch für diverse kulturelle Anlässe Hoffnung geben: «Die Idee der Gründung eines Kulturvereins steht im Raum», verrät Thomas Rüegg. Dieser könnte auch Anlässe wie den Badiplausch oder andere neue oder bereits bestehende kulturelle Anlässe unterstützen. «Wenn hier die richtigen Leute zusammenfinden, könnte das eine gute Geschichte für die Zukunft geben», ist er sich sicher.
Die Arbeitsgruppe zur Unterhaltung der Wanderwege würde Thomas Rüegg mit Sicherheit unterstützen: «Hierfür werde ich mich weiter mit Herzblut engagieren.» Und in einem allfälligen Kulturverein? Das lasse er bewusst offen: «Ich kandidiere für den Gemeinderat. Wenn ich die Wahl am 8. März gewinnen sollte, muss zuerst genau geprüft werden, in wie viele Projekte ich meine Energie verteilen kann», betont Rüegg. Eines wolle er aber auf keinen Fall: «Einen Scherbenhaufen hinterlasse ich nicht.» Auch ohne ihn würde ein neu gegründeter Kulturverein sicherlich gute Chancen haben und die Gemeindeattraktionen wiederaufleben lassen, ist Thomas Rüegg überzeugt.
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