Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Zwischen Beeten, Werkzeugen und bald auch Hühnern entdecken die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Sunnerain, wie viel Spass es macht, zu pflanzen, zu ernten und Verantwortung zu übernehmen.
Jonschwil Himbeeren, Äpfel, Bohnen oder Kartoffeln – im Schulgarten des Primarschulhauses Sunnerain wächst alles, was ein Gärtnerherz begehrt. «Vor zweieinhalb Jahren habe ich den Schulgarten ins Leben gerufen», sagt Lehrer und Landwirt Jürg Blum. Das ausserschulische Angebot wird von den Primarschulen Jonschwil und Schwarzenbach rege genutzt: «Ursprünglich habe ich mit zwölf Kindern gerechnet, nun sind es sogar 15.» Jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag werkeln die Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse im Schulgarten. «Ich könnte mir vorstellen, dass es schon bald 18 oder 20 Kinder sind, die im Garten arbeiten», spekuliert er. Jedoch wäre dann der Garten schnell zu klein.
«90 Prozent der Gartenarbeit werden von den Kindern erledigt», betont Blum und hilft einem Mädchen, eine Himbeere zu pflücken, an die es nicht rankommt. «Ich bin hier, um sie anzuleiten.» Lediglich die Bewässerung und die Schädlingsbekämpfung fielen in das Aufgabengebiet des Primarlehrers. «In unserem zweiten Jahr», erinnert sich Jürg Blum, «war der Garten voller Schnecken. Da besorgte ich Hundertfüssler, die sich zu Hunderten vermehrten und die Schneckeneier frassen.» In einem anderen Jahr litt der Schulgarten an einem kleinen Hagelschaden. «Da wir aber keine Mono-, sondern eine Permakultur pflegen, hat sich der Garten rasch erholt.» Ein weiterer Vorteil sei die Vielfalt des Gartens. «So können die Kinder punktuell arbeiten und sich mit vielen Gemüse- und Früchtesorten beschäftigen», sagt Blum.
Durch den Schulgarten sollen die Kinder weg von Medien und rein ins soziale Leben. Und dies scheint in der Primarschule Jonschwil voll aufzugehen. «Ich liebe es, in der Natur zu sein und die Erde zwischen meinen Fingern zu spüren», sagt ein Mädchen, das gerade dabei ist, Kartoffeln zu ernten. Aktuell wird jedoch nicht nur im Garten, sondern auch in der Werkstatt gearbeitet. «Wir bauen einen Hühnerstall», erzählt ein Junge stolz und schraubt eine Holzlatte fest. Bald sollen vier Hühner in den Schulgarten einziehen, weiss Jürg Blum. «Die Tiere sind von mir zu Hause. Die Kinder haben jedoch auch Verantwortung für sie.» So müsse ein Zweierteam jeden Donnerstag den Stall ausmisten. Zweimal in der Woche werden die Eier eingesammelt. «Die Pflege ist automatisiert, so muss man nicht jeden Tag nach den Tieren schauen», erklärt der Lehrer.
«Infrastruktur, Unterhalt und die Samen werden von der Schule finanziert», sagt Jürg Blum. Er schätze es, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Die Kinder würden aber auch einen Teil der Finanzierung beitragen: «Sie verkaufen das Gemüse an die Nachbarn. So haben die Schülerinnen und Schüler dieses Jahr rund 180 Franken verdient.» Mit diesem Geld kauft Blum dann wieder neue Samen. «Ein Feld», sagt der Lehrer und zeigt auf den Boden, auf dem davor noch Kartoffeln waren, «bleibt nie lange offen. Hier wird schon bald Spinat wachsen.» Wie das Gemüse könne er auch die wachsende Motivation der Kinder sehen. «Sie können sich für die Natur begeistern und lernen, woher die Lebensmittel kommen», freut sich Blum. Für ihn ist klar: «Solange ich unterrichte, würde ich den Garten gerne weiterführen.»
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