Ramon Gschwend
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Als Schulratspräsidentin würde Dominique Dupont in der Schule Gähwil ein- und ausgehen.
Dominique Dupont kennt das Schulwesen aus vielen Blickwinkeln – als Lehrerin, Psychomotoriktherapeutin, Führungskraft an einer Förderschule und heute als Schulinspektorin. Nun will die 51-Jährige das Schulpräsidium von Kirchberg übernehmen.
Kirchberg «Die Schule Kirchberg hat durch ihre Grösse die ganze Bandbreite an Kindern. Von frisch hergezogenen ohne grosse Deutschkenntnisse bis zu Kindern, die fest in der Gemeinde verwurzelt sind. Hochbegabten wie solchen mit Beeinträchtigungen. Das macht es spannend», sagt Dominique Dupont. Die 51-Jährige kandidiert für das Amt der Schulpräsidentin und sagt von sich: «Ich habe die nötigen Erfahrungen und bin der Aufgabe gewachsen.»
Grund für die Kandidatur ist der Rücktritt des amtierenden Schulpräsidenten Urs Heuberger per Ende Jahr. Zur Amtsniederlegung Heubergers hat Dominique Dupont eine klare Haltung: «Offiziell legt er aufgrund der Verletzung der Wohnsitzpflicht seine Tätigkeit nieder.» Dupont ist der Ansicht, man hätte die Kommunikation aller Beteiligten zu Beginn klarer gestalten sollen. «Dass Urs nun seine Priorität auf seine Familie setzt, kann ich nachvollziehen.» Die Gesamtsituation sei zwar für die Schule wie auch für Urs Heuberger eine Herausforderung. «Nun müssen wir das Beste daraus machen.»
Auf die Frage, ob die Verwurzelung in der Gemeinde für das Amt notwendig sei, antwortet die Psychomotoriktherapeutin: «Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Auf der einen Seite kann man sicherlich sagen, dass dies ein alter Zopf ist. Sieht man auch am jetzigen Beispiel, dass es eine weitere Einschränkung für geeignete Kandidaten sein kann.» Nichtsdestotrotz sieht Dominique Dupont das Verantwortungsgefühl ganz klar stärker, wenn die Person auch in der Gemeinde verwurzelt ist. «Ich zahle hier Steuern, meine Familie lebt hier, es geht mich etwas an», sagt die gebürtige Bündnerin. «Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber ich fühle mich in Kirchberg angekommen», stellt Dupont mit einem Lächeln fest.
Die 51-Jährige kennt die Kirchberger Schulen bereits durch ihre Tätigkeit im Schulrat. «Ich durfte die Themen und Herausforderungen der vergangenen vier Jahre kennenlernen. Ich sehe das Amt als Schulpräsidentin als eine Gelegenheit, auch etwas zurückgeben zu dürfen», betont Dupont. Die Lehrerin kennt durch die Schulleitung der Förderschule Fischingen und der Tätigkeit beim Amt für Volksschulen nicht nur den pädagogischen, sondern auch den politischen Teil einer solchen Aufgabe. «Ich ging in Fischingen durch zahlreiche Wechsel und Veränderungen. Die Kernaufgabe ist es, Herausforderungen zu erkennen und einen Weg zu finden, wie man mit ihnen umgeht.»
«Das klassische Schulsystem, wie wir es bis heute pflegen, fahren wir früher oder später an die Wand», sagt Dominique Dupont. «Heute sind alle in ihrer Belastbarkeitsgrenze. Es geht jedoch darum, dass wir einen Weg miteinander finden, indem sich die Lehrer noch wohlfühlen und die Kinder gerne zur Schule gehen und alle wieder belastbarer werden.» Mit Flexklassen, so Dupont, sei Kirchberg da schon länger auf einem guten Weg. «Wir müssen diesen weitergehen.» Der Einfluss, der mit dem Amt der Schulpräsidentin einhergeht, will Dominique Dupont nicht ausnutzen. «Es ist meine Aufgabe, zu führen. Dies beinhaltet auch das Ansprechen von unangenehmen Themen.» Auch in der seit August 2024 gegründeten Bildungskommission sieht sie sich nicht als Vorgesetzte. «Ich bin in dieser Kommission eine unter Gleichen.»
Für Dominique Dupont ist klar: «Werde ich gewählt, mache ich das – fast – bis zu meiner Pension.» Die erste Hürde sei es nun, erst einmal in das Amt der Schulpräsidentin gewählt zu werden. Ohne Gegenkandidatur stehen die Chancen gut.
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