Roger Edelmann
hat im Rahmen der Aktionstage gegen Gewalt an Frauen drei Sitzbänke umgestaltet.
Die neue Ausstellung «Inventar» im Wiler Stadtmuseum zeigt verschiedenste historische Einzelstücke, die einzeln keine Ausstellung ergeben hätten. Werner Warth verrät, zu welchen Stücken er einen besonderen Bezug hat.
Wil Werner Warth ist gerade mit dem Staubsauger zugange, als die WN vergangenen Donnerstagmittag im Wiler Stadtmuseum im Schmalzhaus eintrafen. «Wir sind gerade am Feinschliff», erklärte der ehemalige Stadtarchivar. Am Montag haben er und Guido Bünzli begonnen, die Postkartenausstellung abzuräumen, um dann innert einer Woche die neuen Ausstellungsstücke herzurichten. «Ein ehrgeiziges Ziel, aber wir haben es geschafft», nickt Warth zufrieden. So konnte die Ausstellung «Inventar» letztes Wochenende eröffnet werden.
Eigentlich hätte die Ausstellung bereits im August eröffnen sollen, gibt der ehemalige Stadtarchivar zu – allerdings sei er aufgrund einer Knie-Operation vor vier Monaten einige Wochen ausgefallen. Auch heute mache sein Knie bei kalten Temperaturen noch Probleme. «Ich bin deshalb froh um die Hilfe von Guido Bünzli», sagt Werner Warth. «Ohne ihn hätte ich es nicht geschafft, die ganzen schweren Objekte aus den Lagerorten hochzuschleppen.» Tatsächlich stehen im Wiler Stadtmuseum nicht nur einzelne Ausstellungsstücke, sondern auch gleich die Möblierung aus dem Lager: Mitten im Raum steht ein grosses Regal.
Ebendies sei die Idee der aktuellen Ausstellung, wie Warth verrät. «Wir haben insgesamt 2329 Einzelstücke als Museumsbestand inventarisiert. Aus den, in den letzten 25 Jahren dazugekommenen Objekten, haben wir nun eine Auswahl getroffen. Hinter jedem Stück steckt eine Geschichte, die aber einzeln nicht für eine ganze Ausstellung reicht.» Von alten Wäscheklammern und einem Sudkübel der Brauerei Hof über verschiedene Plaketten und Kleidungsstücke bis hin zu einem mannshohen Kirchenfenster – im Schmalzhaus sind 26 verschiedene Gegenstände mit Wiler Geschichte ausgestellt. Werner Warth weist mit einer Handbewegung auf eine rot-weiss-schwarze Stofffahne (Bild oben rechts). «Das Knabenschiessen gab es nicht nur in Zürich. Auch in Wil gab es diesen Anlass», weiss er. Links davon hängt ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift Koedukation von 1991 (Bild links). Er selbst habe ein solches Shirt getragen, um sich für die Öffnung der Mädchensek St.Katharina für Knaben zu positionieren. «Ein Thema, das uns heute noch beschäftigt.»
Ein Lieblingsstück habe er nicht, sagt Werner. Aber einen besonderen Bezug habe er als langjähriges Mitglied der Guggenmusik Chrüsimusig zur Wiler Fastnachtsgeschichte. Dazu findet man in der aktuellen Ausstellung Teile der Geschichte von der Astatt-Musik, von den Wiler Tüüfel und der Fastnachtsgesellschaft Wil (FGW). So zum Beispiel die erste FGW-Mütze, die aus der Zeit um 1960 stammt und noch handbemalt ist (Bild unten rechts). Die Stücke können während der Museumsöffnungszeiten betrachtet werden.
Linda Bachmann
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