Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Die Badi Weierwise hatte trotz schönem Wetter über Mittag geschlossen – obwohl es gerade jetzt um die Mittagszeit noch am wärmsten ist. Dies stösst einigen Badegästen sauer auf. Die Verantwortlichen des Betreibers begründen die verkürzten Öffnungszeiten.
Wil «Wenn das Wetter aufmacht, macht die Badi zu», sagt Theresia Rieder. Die Wilerin ärgert sich über die Öffnungszeiten des Freibads Weierwise: Ende August hatte die Badi gleich an mehreren Tagen über Mittag geschlossen – auch am Wochenende und auch bei sonnigem Wetter.
Theresia Rieder gehört mit ihren Familienmitgliedern und Freunden seit über vier Jahrzehnten zu den treuen Badegästen der Badi Weierwise. In der letzten Augustwoche stand sie mittags vor verschlossenen Türen: Das Freibad hatte während vier Tagen nur von 8 bis 10 Uhr und von 17 bis 19 Uhr geöffnet. «Die Sonne schien und die spätsommerlichen Temperaturen hätten sich hervorragend für eine Erfrischung in der Altstadtbadi geeignet», so die Wilerin. Es liege ihr fern, weshalb die Badi noch in der Hochsaison die Öffnungszeiten so drastisch verkürzte. Vor allem, wenn vor Kurzem die Schule wieder begonnen habe und die Familien aus den Ferien zurückseien.
Wie Rieder erzählt, geht sie selbst beinahe jeden Mittag schwimmen. Auch noch in der Nebensaison im September. «Wenn es etwas kühler wird, ist es zur Mittagszeit am wärmsten», betont sie. «Bis 10 Uhr morgens und ab 17 Uhr abends sind die Temperaturen zu tief.» Dieser Meinung ist auch Hannelore Griessbacher aus Züberwangen. Die 80-Jährige und ihre Freunde treffen sich ebenfalls bereits seit Jahren zur Mittagszeit in der Weierwise. «Ich gehe auch baden, wenn's regnet. Mich stört das nicht», sagt sie. Viel mehr störe sie sich wie Theresia Rieder an den ständig wechselnden Öffnungszeiten. «Die Lotterie, ‹Ist die Badi offen oder nicht?›, vertreibt die Badegäste langfristig», ist sich die Wilerin sicher.» Jedes Geschäft, das rentabel sein will, richtet sich nach den bezahlenden Kunden.»
Das Freibad Bergholz ist für keine der beiden Damen eine Alternative zur Weierwise: «Die Bewohnerinnen und Bewohner aus Rossrüti, Bronschhofen und dem Nordteil der Stadt Wil müssten zu Fuss, mit Velo oder Auto durch die verkehrsgeplagte Innenstadt fahren, um zum Sportpark Bergholz zu gelangen», begründet Theresia Rieder. Diese Distanz spielt auch für Hannelore Griessbacher eine Rolle: Für diejenigen aus ihrer Freundesgruppe, die nicht mehr so gut zu Fuss seien, sei der Weg bis ins Südquartier zu weit. «Ausserdem sind wir in der Weierwise wie eine Familie – Gäste und Mitarbeitende», begründet die Züberwangenerin. Im Bergholz sei dies nicht dasselbe. Rieder und Griessbacher sind sich einig: «Es wäre schön, wenn die Verantwortlichen endlich reagieren und die Öffnungszeiten wie früher anpassen.» Nicht nur die Besucherinnen und Besucher, auch die Mitarbeitenden der Badi wären wohl froh, über weniger verstückelte Arbeitszeiten, vermutet die Wilerin.
Die Geschäftsführerin des Lidl Sportpark Bergholz, Sabin Rickenbach, gibt auf Anfrage dieser Zeitung das Wetter als Grund für die verkürzten Öffnungszeiten an: «Ende August war die Badi Weierwise gleich an mehreren Tagen von wetterbedingten Einschränkungen betroffen. Vom 28. bis 31. August öffnete die Anlage deshalb jeweils nur morgens von 8 bis 10 Uhr sowie abends von 17 bis 19 Uhr. Mit Ausnahme des Sonntags, 31. August, zeigte sich das Wetter kühl und nass, weshalb ein ganztägiger Betrieb nicht sinnvoll war.» Der Entscheid für verkürzte Öffnungszeiten liegt laut Sabin Rickenbach beim diensthabenden Badmeister und wird nach definierten Kriterien gefällt. Am besagten Sonntag sei es aufgrund eines Missverständnisses zu einer falschen Kommunikation der Öffnungszeiten gekommen. «Dafür möchten wir uns bei unseren Gästen aufrichtig entschuldigen», betont die Geschäftsführerin des Lidl Sportpark Bergholz. Die Öffnungszeiten seien jeweils auf der Website des Sportpark Bergholz aufgeschaltet. «Besitzer eines Sommer-Abos der Badi Weierwise können bei wettebedingten Schliessungen ausserdem in das Hallen- und Freibad im Sportpark Bergholz ausweichen.»
Linda Bachmann
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