Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Mit 25 Jahren ist Dominik Egli der bisher jüngste Parlamentspräsident. Als Angriffsfläche sieht er sein Alter aber nicht: «Ich konnte bisher Erfahrungen in politischer,
beruflicher und ehrenamtlicher Arbeit sammeln. Als Politiker bietet man grundsätzlich
eine Angriffsfläche – unabhängig vom Alter.»
Dominik Egli wird heute Abend im Wiler Stadtparlament voraussichtlich zum Parlamentspräsidenten gewählt. Der 25-jährige SVP-Politiker verrät, worauf er in seinem bevorstehenden Amtsjahr den Fokus legen möchte.
Wil «Plötzlich ging es sehr schnell», sagt Dominik Egli im Hinblick auf die erste Sitzung des Wiler Stadt-parlaments dieses Jahres. Gerade eben war noch Adventsbeginn, heute Abend übergibt Meret Grob das Präsidium bereits an den 25-jährigen SVP-Politiker – «voraussichtlich», wirft er ein. «Gewählt bin ich ja noch nicht.» Bis jetzt könne er aber gut schlafen – Vorbehalte habe er keine vernommen. Der 25-jährige SVP-Politiker vertritt seit 2021 seine Partei im Stadtparlament und hat seit 2024 einen Sitz im Kantonsrat inne. Nun blickt er mit den WN auf sein bevorstehendes Amtsjahr als höchster Wiler.
Dominik Egli, was bedeutet esfür Sie, das Präsidium des Wiler Stadtparlaments zu übernehmen?
Für mich ist es eine Ehre, das Amt übernehmen zu dürfen. Natürlich ist es auch aufgrund meines Alters speziell. Seit ich 2021 mit der Arbeit im Stadtparlament begonnen habe, sind immer mehr jüngere
Mitglieder dazugewählt worden. Das zeigt, dass die Wiler Politkultur lebt.
Was qualifiziert Sie für das Amt des Parlamentspräsidenten?
Ich bin bereits fünf Jahre im Stadtparlament und durfte auch bereits im Kantonsrat meine Erfahrungen sammeln. Ausserdem engagiere ich mich in verschiedenen Vereinen und habe die Diskussionskultur schon zuhause von Grund auf gelernt. Ich bin kein Polteri – ich habe meine Meinung, muss aber nicht immer in vorderster Reihe stehen.
Sich zurückzunehmen wird Ihnen also nicht schwerfallen?
Natürlich wird es mich in einigen Momenten reuen – gerade bei spannenden Themen und wichtigen Diskussionsthemen, und davon wird es nächstes Jahr einige geben. Zum Glück habe ich aber Fraktionskollegen, die ihre Arbeit gut machen.
Sie haben zuvor die Diskussionskultur zuhause erwähnt. Welche Rolle spielt Ihre Familie?
Dank meinen Eltern bin ich bereits als Kind mit der Politik in Berührung gekommen. Ich half im Wahlkampf meines Vaters, Plakate zu kleben. Von zuhause habe ich auch den Grundgedanken für ziviles Engagement auf den Weg erhalten. Das finde ich sehr schön.
Wie haben Sie sich auf das Präsidium vorbereitet?
Ich durfte Meret Grob ein Jahr lang über die Schulter schauen und habe die Drehbücher sowie das Geschäftsreglement studiert. Es gibt dann immer Situationen, auf die man sich nicht vorbereiten kann. Da steht mir aber die Stadtschreiberin, das Präsidium und die Fraktionspräsidenten zur Seite.
Ihre Vorgängerin hat den Parlamentsmitgliedern grosszügige Redezeit gewährt. Die Glocke hat Meret Grob nie eingesetzt. Werden Sie strenger durchgreifen?
Debatten sind wichtig, dafür ist im Parlament Platz. Es gibt aber Momente, in denen auch ohne alllzu viele Wiederholungen eine Entscheidung getroffen werden kann. Grundsätzlich bin ich auf der Seite «kurz und knapp». Wichtig ist aber vor allem, seine Linie durchzuziehen und alle Mitglieder gleich zu behandeln.
Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Präsidentschaft setzen? Gibt es Themen, die Sie besonders voranbringen möchten?
Das Vereinsleben und das ehrenamtliche Engagement sind mir neben der Politik ein grosses Anliegen. Als Vereinsmensch möchte ich am Wiler Vereinsleben teilnehmen und dessen Wichtigkeit nach aussen tragen.
In welchen politischen Geschäften erwarten Sie die grössten Herausforderungen?
Die Steuerfussabstimmung steht an, die Umgestaltung des Bahnhofs sowie die Aufsetzung des Kathivertrags und die Verselbstständigung der Thurcom werden Thema sein. Im Juli steht die grosse Eröffnung des Hofs zu Wil an.
Auf welche Aufgaben oder Anlässe freuen Sie sich am meisten?
Als Fastnächtler und auf Empfehlung der ehemaligen Parlamentspräsidenten freue ich mich auf das traditionelle Mittagessen im Kappuzinerkloster am Gümpelimittwoch. Aber ich freue mich auch auf jeden anderen Anlass. Sie sind seit 2020 Mitglied des Wiler Stadtparlaments und haben seit 2024 einen Sitz im Kantonsrat.
Heute Abend feiern Sie ihre Wahl zum Parlamentspräsidenten. Wohin führt Sie Ihr Weg in Zukunft?
Bisher habe ich mir nicht aktiv Ziele gesetzt, sondern eher Chancen genutzt. Ich versuche, es locker anzugehen. Pläne zu machen funktioniert in der Politik sowieso nur bedingt – schlussendlich entscheidet nämlich die Stimmbevölkerung über deren Zustandekommen.
Linda Bachmann
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