Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Meret Grob ist die neue Parlamentspräsidentin. lin
Mit dem Jahr endet auch die Amtszeit von Meret Grob als Präsidentin des Stadtparlaments. Die 30-Jährige verrät im Interview, welchen Herausforderungen sie als höchste Wilerin begegnet ist.
WilMeret Grob, am 4. Dezember haben Sie die letzte Sitzung als Stadtparlamentspräsidentin geleitet. Wie schauen Sie auf Ihre Zeit als höchste Wilerin zurück?
Ich blicke auf ein unglaublich schönes Jahr zurück, in dem ich viele spannende Leute getroffen und die Stadt Wil anders kennengelernt habe.
Im Interview mit den WN im Januar haben Sie sich vorgenommen, das Stadtparlament sicht-barer zu machen, auch für die jüngeren Leute. Ist Ihnen das gelungen?
Das ist schwer messbar. Ich habe viele Anlässe besucht, darunter auch die nationale Jugendparlamentskonferenz, die im Herbst in Wil stattgefunden hat. Dass das Parlamentspräsidium mit Dominik Egli auch nächstes Jahr von einem jungen Politiker geführt wird, erhöht die Sichtbarkeit von jungen Leuten in der Lokalpolitik sicher.
Wie schwierig war es für Sie, sich als Präsidentin politisch zurückzunehmen?
Es hat schon Momente gegeben, in denen ich selbst gerne politisch argumentiert und nicht nur anderen das Wort erteilt hätte. Der Rollenwechsel fiel mir aber – auch mit Blick auf die zeitliche Begrenzung von einem Jahr – nie schwer. Trotzdem freue ich mich, in den kommenden Jahren wieder der Kommissionsarbeit nachzugehen und mitzudiskutieren.
Welchen Herausforderungen sind Ihnen während Ihrer Amtszeit begegnet?
Tatsächlich fand ich es schwierig, jemanden mit der Glocke zu unterbrechen. Man weiss nie: Ist es nur dieser eine Satz im Votum, der am Thema vorbeigeht oder folgen noch fünf weitere. Ist man nicht schnell genug, ist der richtige Moment schon vorbei. Hier ist viel Aufmerksamkeit gefragt. Zuletzt war es auch kein Leichtes, auf sehr dünnen Grundlagen eine wichtige Entscheidung zu treffen – Stichwort Budgetsitzung.
Hätten Sie Ihren Platz auf der Bühne in diesem Moment gerne mit einem im Saal getauscht?
Nein. Das war ein sehr spannender Moment, in dem ich auch keine Zeit für solche Überlegungen hatte. An der Budgetsitzung ging es einfach nur darum, einen klaren Kopf zu bewahren, um aus dieser Situation wieder herauszukommen.
Wie schwer fällt es Ihnen, den Platz jetzt wieder herzugeben?
Ich habe das Amt sehr gerne ausgeführt – am liebsten habe ich die Parlamentssitzungen geführt. Aber es war auch von Anfang an klar, dass das Präsidium nach einem Jahr weitergegeben wird. Den Platz auf der Bühne freizugeben, fällt mir deshalb gar nicht schwer.
Welche Baustellen übergeben Sie Ihrer Nachfolge?
Die ungeklärte Situation bezüglich Budget und Steuerfuss wird das Parlament weiterhin beschäftigen. Dieses Geschäft liegt allerdings nicht allein in meiner Verantwortung und meinem Einflussbereich. Ich habe im Januar keine Baustellen erhalten und hinterlasse nun auch keine.
Und wo führt Sie Ihre eigene politische Karriere hin?
Im Jahr 2027 werde ich wahrscheinlich für die nationalen Wahlen kandidieren. Bis dahin freue ich mich, wieder mehr Zeit und Energie in die Parlaments- und Kommissionsarbeit sowie weitere Projekte zu stecken.
Noch ein letztes Wort in Ihrer Funktion als Parlamentspräsidentin?
Gerade bei der aktuellen weltpolitischen Lage müssen wir schauen, dass wir parlamentarischen und politischen Prozessen Sorge tragen. Nicht jede Situation im Leben kann durch ein Gericht geklärt werden – die Menschen müssen miteinander reden, Kompromisse finden und auch mal Fünfe gerade sein lassen. Wir tragen als Politiker eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und der politischen Kultur.
Linda Bachmann
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