Cornelia Scheiwiller
stellt das Konzertprogramm 2026 im Kloster Fischingen vor.
Michèle Jäger ist 35 Jahre alt, Co-Geschäftsführerin und Verwaltungsratspräsidentin der Camion Transport AG in Wil.
Camion Transport zählt zu den führenden Transport- und Logistikunternehmen der Schweiz. An 15 Standorten werden täglich rund 7500 Sendungen transportiert. Das Wiler Familienunternehmen beschäftigt 1500 Mitarbeitende, betreibt 610 Fahrzeuge, nutzt das duale System Schiene/Strasse und verfügt über 205’000 Quadratmeter Lagerfläche. «Eco Balance by Camion Transport» steht für das eigene Nachhaltigkeitsprogramm.
Wil Michèle Jäger, welche Termine stehen heute in Ihrer Agenda?
Am Morgen steht zuerst eine interne Onlinesitzung zu Infrastrukturthemen an, und anschliessend ein Personalgespräch. Vor dem Mittag bin ich an einem Bereichsleiter-Meeting in unserer Niederlassung in Rümlang. Am Nachmittag reise ich in die Innerschweiz weiter, wo am Abend ein Kundenanlass stattfindet.
Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitern besonders wichtig?
Vertrauen, Respekt und auch mal eine Portion Humor dürfen nicht fehlen.
Wo fallen Ihnen die besten Ideen ein?
Vielfach beim Zähneputzen oder in Gesprächen, wo das eine Wort zum nächsten führt und plötzlich eine neue Idee entsteht.
Was bedeutet Führung für Sie und was zeichnet Ihren Führungsstil aus?
Mit gutem Beispiel vorangehen, Mitarbeitende begeistern, einbinden sowie Verantwortung bewusst übertragen.
Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Ihrer Firma und in Ihrem Privatleben?
Für uns ist Nachhaltigkeit ein Selbstverständnis und Teil unserer DNA. Wir investieren laufend in umweltfreundliche Fahrzeuge, energieoptimierte Infrastrukturen sowie in Weiterbildungen. Aktuell sind wir stark mit der Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte beschäftigt. Bis ins erste Halbjahr 2026 werden rund 60 Elektro-Lastwagen für uns unterwegs sein. Für mich persönlich bedeutet Nachhaltigkeit vor allem langfristiges Denken und Handeln.
Was nervt Sie am meisten?
Unsachliche Kritik und Negativität.
Womit langweilt man Sie am meisten?
Diskussionen, die sich im Kreis drehen, und sich wiederholende Gespräche.
Was soll man später einmal von Ihnen sagen?
Dass ich das Unternehmen mit Begeisterung und Erfolg weitergebracht habe – offen, lösungsorientiert und nah bei den Mitarbeitenden.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich mit auf den Weg geben?
Heute würde ich bestimmt einiges anders machen als mit 18. Aber da-raus einen Ratschlag zu definieren, liegt mir nicht. Grundsätzlich nehme ich mir zu Herzen, mein Handeln und meine Entscheidungen zu reflektieren und dann weiterzumachen – je nach Situation mit neuen Erkenntnissen.
Welche Benefits gibt es bei Ihnen im Betrieb?
Da gibt es einige. Nebst den klassischen Benefits wie kostenlose Früchte, Parkplätze, Vergünstigungen bei Fitness- und Handyabos sowie beim Autokauf bieten wir eine attraktive Arbeitsumgebung mit vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten, der Option zum Ferienkauf sowie überdurchschnittliche Ver-sicherungs- und Pensionskassenleistungen.
Was tun Sie gegen den Fachkräftemangel?
Gerade beim Fahrpersonal spüren wir diesen stark. Wir versuchen, vor allem mit eigener Ausbildung, dagegenzuhalten. Nebst der Lehrlingsausbildung bieten wir seit vielen Jahren auch ein Quereinsteiger-Programm an, den Junior Driver. Wir sind ein fortschrittlicher Arbeitgeber und schaffen eine attraktive Arbeitsumgebung, in die unsere Mitarbeitenden gerne arbeitenkommen. So haben wir zum Beispiel die Wochensollarbeitszeit für nächstes Jahr um eine Stunde reduziert.
Haben Sie eine Viertagewoche schon einmal in Betracht gezogen? Was spricht dafür oder dagegen?
Wir bieten verschiedene Arbeitsmodelle an. Die Variante «Vier für fünf» gehört dazu, ist allerdings nicht in allen Berufskategorien gleich gut umsetzbar. Es ist auf alle Fälle ein interessantes Modell für unsere Mitarbeitenden.
Wie bekommen Sie Beruf und Privatleben unter einen Hut?
Indem ich das, was ich tue, gerne und mit Überzeugung mache.
Welches war die schwierigste Entscheidung, die Sie in Ihrer Karriere treffen mussten, und wie haben Sie sie bewältigt?
Kündigungen aufgrund der Wirtschaftslage sind schwierig und schmerzen. Leider gehört es in der Führungsrolle auch dazu, solche Entscheidungen zu treffen.
Wer soll als nächster Kandidat diese Fragen beantworten und warum wählen Sie diese Person aus?
Ich nominiere Dimitri Sonderegger von der Sonderegger AG in Bronschhofen, die kreative und aussergewöhnliche Lösungen im Bereich Packaging anbietet.
pd/mib
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