Roger Edelmann
hat im Rahmen der Aktionstage gegen Gewalt an Frauen drei Sitzbänke umgestaltet.
Yuma Isenring nahm an der viertägigen Eidgenössischen Jugendsession teil. z.V.g.
Die Traktanden waren so vielfältig wie anspruchsvoll. Vom 6. bis 9. November beschäftigte sich die Jugendsession 2025 mit einem reich befrachteten Themenkatalog. Der Zuzwiler Yuma Isenring war mittendrin.
Zuzwil/Bern Einmal jährlich treffen sich in der Wandelhalle des Bundeshauses politisch interessierte Jugendliche zur Jugendsession. Auf der Traktandenliste standen Themen wie Personenfreizügigkeit, Digital Governance oder Bildungspolitik.
«Politik bedeutet für mich, für etwas einzustehen, das einem wichtig ist, und egal, wie alleine man dasteht – man soll sich für die Werte einsetzen, die man für richtig hält», betont der Zuzwiler Yuma Isenring. Umso wichtiger erachtet er es, dass sich junge Menschen politisch informieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden und sich für diese zu engagieren. Politisches Engagement hat in der Familie Isenring ein wenig Tradition. So waren bereits die beiden älteren Brüder von Yuma Teilnehmer der Jugendsession.
Im Vorfeld der Session hat sich der 17-Jährige gründlich mit den traktandierten Themen auseinandergesetzt. «Ich habe die Unterlagen, die wir vor der Session von den Organisatoren zugesendet bekamen, durchgelesen und mir dazu Notizen gemacht.» Besonders vertieft hat er sich mit seinem persönlichen Kernthema, der Personenfreizügigkeit, beschäftigt. Dazu vertritt Yuma Isenring einen differenzierten Standpunkt. «Aufgrund der demografischen Entwicklung werden wir in Europa, explizit auch in der Schweiz, auf Zuwanderung, sprich ausländische Fachkräfte, angewiesen sein», ist er überzeugt. Andererseits ist seine Sicht auf die Migrationspolitik etwas gespalten. «Es ist nicht zu übersehen, welche Nachteile eine unkontrollierte Zuwanderung sowie etwa der einfache Eintritt in unsere Sozialsysteme und Gesundheitsversorgung mit sich bringen», so der Jugendliche. Eine Lösung sieht er in griffigen Gesetzen, klar definierten Limiten sowie der Sicherstellung einer qualitativen Zuwanderung, die berücksichtigt, welche Fachkräfte die Schweiz tatsächlich braucht.
Das Bild, das die Jugendsession vermittelt, täuscht etwas darüber hinweg, dass sich Jugendliche insgesamt nur wenig für Politik interessieren. Yuma Isenring sieht darin ein Problem, wenn der Wähleranteil der Jungen stetig abnimmt. «Es zählt die Stimme eines Jeden. Es liegt an uns Jungen, die arrivierteren Politiker zu challengen mit unseren Anliegen und diese auch entsprechend einzubringen», ist er überzeugt. Er selbst möchte mit gutem Beispiel vorangehen. Durch die Teilnahme an der Jugendsession bringt er zum Ausdruck, dass es ihm mit seinem politischen Engagement ernst ist. Die vier Tage in Bern waren für den Jungpolitiker sehr lehrreich. «Ich konnte sehr vieles mitnehmen», zieht der 17-Jährige ein persönliches Fazit. Etwas überrascht zeigt sich der parteilose Zuzwiler jedoch davon, dass seiner Meinung nach eine auffällig ausgeprägte politische Einseitigkeit zu beobachten war, dies sowohl bei den Teilnehmenden und den Experten als auch bei den Organisatoren. Er wünscht sich grund-sätzlich einen offenen Diskurs, in dem unterschiedliche Meinungen respektiert werden. «Eine Demokratie lebt davon, dass auch unbequeme Positionen gehört und diskutiert werden dürfen», bringt Yuma Isenring seine Überzeugung auf den Punkt.
Wiesy Imhof
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