Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Die Uzwiler Schulkinder werden ab Montag mit dem Bus zum Provisorium auf der Schulanlage Oberberg in Henau gefahren. Eine solche Distanz soll aber laut Gemeidepräsident Lucas Keel (kl. Bild) nicht zur Norm werden.
In Uzwil gibt es zu wenig Schulraum. Ab kommender Woche gehen zwei neue Provisorien in Betrieb, damit ist die Lage allerdings noch nicht entschärft – und der Gemeinde geht der Platz für weitere Übergangslösungen aus.
Uzwil «Die Kinder sind da, der Schulraum nicht», schreibt die Gemeinde Uzwil in ihrem neusten Mitteilungsblatt. Darin informiert sie über den aktuellen Stand der Schulraumplanung. Die Schülerzahlen der Gemeinde nehmen stetig zu. Der Neubau der Schulanlage Sonnmatt wurde vergangenes Jahr vom Uzwiler Stimmvolk abgeschmettert. Neue Lösungsvarianten für eine nachhaltige Schulraumpolitik sind zwar in Planung, doch kurzfristig droht die Gemeinde aufzulaufen: Der Platz für Provisorien geht aus.
Am kommenden Montag beziehen die Uzwiler Primarschülerinnen und -schüler zwei neue Provisorien: Container-Schulzimmer auf dem Areal der Schulanlagen Kirchstrasse in Niederuzwil und Oberberg in Henau. Nicht rechtzeitig parat ist ein zusätzliches Schulraumprovisorium im Neuhof. Einsprachen im Baubewilligungsverfahren führten zu Verzögerungen. Die zusätzlichen Container werden laut Gemeindeschreiben Ende 2026 errichtet. Eine vierte Übergangslösung entsteht auf dem Areal der Schulanlage Schöntal. Diese sollen eine Ausweichmöglichkeit während der Umbauarbeiten in der Schulanlage Herrenhof bieten. Auch für die Oberstufenschule ist im Budget 2027 eine vorübergehende Lösung budgetiert. Diese solle auf dem roten Platz des BZWU an der Schöntalstrasse realisiert werden.
Für die Provisorien Kirchstrasse, Neuhof und Oberberg sind im Gemeindebudget 2026 rund 2,3 Millionen Franken eingerechnet. Der Kostenaufwand für das Provisorium während der Bauzeit im Herrenhof beträgt gut 1,9 Millionen Franken. Die Übergangslösung für die Oberstufe ist Gegenstand des Budgets 2027. Das teure an den Übergangslösungen seien nicht die Container selbst, wie der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel betont, sondern die Fundamente, Werkleitungen, Anschlüsse, der Transport und die Logistik. «Das kostet viel und man hat anschliessend ‹nichts› mehr davon», so Keel. Die Provisorien belasten zudem die Infrastruktur der Schulanlagen ihres Standorts und nehmen auch dessen Aussenraum ein. Es mangelt nicht nur an Schulraum per se, sondern auch an Platz für neuen Schulraum. «Geeignete Standorte, an denen mit finanziell vernünftigem Aufwand Provisorien erstellt werden können, gehen aus», heisst es im Mitteilungsblatt.
So ist der Bedarf an Schulraum im Einzugsgebiet Henau laut Gemeinde zwar gedeckt, die Platzverhältnisse auf der Schulanlage bieten sich jedoch für den Bau eines Provisoriums an. «Ein sinnvolles Provisorium ist ja nicht einfach ein Schulzimmer-Container im Nirgendwo. Es braucht noch einiges drumherum», so Gemeindepräsident Lucas Keel. Dass der Pausenplatz deswegen kleiner wird, sorge für Kritik. Allerdings hätten inzwischen alle Uzwiler Schulen dieses Problem, ergänzt er. Schülerinnen und Schüler aus Uzwil werden also ab dem neuen Schuljahr mit dem Schulbus nach Henau transportiert. Dass die Gemeinde den Schulweg mit dem Bus in Kauf nehme, sei allerdings eine Ausnahme und solle es auch bleiben, betont der Gemeindepräsident.
Die grösste Herausforderung für Uzwil sei momentan, den Schulbetrieb kurzfristig aufrechtzuerhalten und gleichzeitig an einer langfristigen Lösung zu planen. «Es ist ein grosser Spagat», betont Lucas Keel. Nach dem Scheitern des Neubauprojekts «Sommatt» arbeitet die Gemeinde nun an Plan B: Das Projekt umfasst die gleichzeitige Erweiterung der Schulanlagen Neuhof, Herrenhof und Schöntal. Dafür liegen laut dem Uzwiler Gemeindepräsidenten bereits Machbarkeitsstudien vor. «Sie lassen erste Beurteilungen zu. Will der Plan B weiterverfolgt werden, braucht es umfangreiche Planungsarbeiten», erklärt er. Das andere Projekt für ein neues Schulhaus Sonnmatt in Kombination mit der Rochade des Oberstufenschulhauses Uze hin zur Primarschulanlage sei ausgearbeitet. Der Gemeinderat will von der Bürgerschaft wissen, ob sie den Plan B vertiefen, das Geld dafür ins Budget 2027 einstellen und die internen und externen Aufträge auslösen will. Dafür findet am 24. August eine ausserordentliche Bürgerversammlung statt.
Ob bis zur Umsetzung einer langfristigen Lösung weitere Provisorien notwendig sind, kann der Uzwiler Gemeindepräsident nicht einschätzen. «Das hängt davon ab, wie schnell wir sind. Und von der weiteren Entwicklung der Schülerzahlen», sagt er. Klar sei allerdings: «Jede Lösung wird Geld kosten. Wir stehen vor der grössten Investition, die Uzwil je getätigt hat», betont Keel. Dass bei dieser Ausgangslage alle, Behörden und Bevölkerung, vorsichtig seien, sei nichts als richtig.
Am 24. August um 20 Uhr findet im Gemeindesaal an der Sonnenhügelstrasse eine Bürgerversammlung zum Plan B statt.
Lade Fotos..