Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Susanne Alfermann fährt jeden Tag die Wilenstrasse entlang bis zum Bahnhof Wil. Für mehr Sicherheit würde die 50-Jährige sogar noch einen Schritt weiter gehen und das Tempo auf 20 km/h limitieren.
Für die Velostrasse im Wiler Südquartier hagelte es in der Vergangenheit überwiegend Kritik – von Auto- wie von Velofahrern. Auch Susanne Alfermann hat bisher mehrheitlich negative Äusserungen zum Pilotprojekt der Stadt Wil mitbekommen. Die Wilerin ist allerdings anderer Meinung.
Wil «Ich finde die Massnahmen super», sagt Susanne Alfermann zur Velostrasse im Wiler Südquartier. «Zuvor sind die Autos auf der Strecke viel zu schnell gefahren und beim Überholen wurde es manchmal eng. Nun ist es mit dem Velo viel angenehmer und vor allem sicherer.» Die Wilerin wohnt seit einigen Jahren südlich des Wiler Bahnhofs und ist Co-Präsidentin des Vereins Südquartier. Sie ist fast ausschliesslich mit dem Velo unterwegs und fährt die Strecke über die Wilenstrasse täglich. Die Bemühungen der Stadt Wil, den Verkehr für Velofahrer sicherer zu gestalten, begrüsst sie sehr.
Auf dem knapp 700 Meter langen Abschnitt zwischen der Autobahnüberführung und der Hubstrasse wurden im Herbst des vergangenen Jahres die Rechtsvortritte aufgehoben, verschiedene Markierungen angebracht sowie mehrere fahrbahnverengende Elemente installiert. Die Massnahmen auf der Wilenstrasse wurden im Rahmen des Pilotprojekts Velostrasse umgesetzt. Anwohnende und Verkehrsteilnehmende liessen bisher kaum ein gutes Haar an den Massnahmen (WN vom 25. September 2025). Sie monierten vor allem entstehende Gefahrensituationen durch die Fahrbahnverengungen. Der Stadtrat wurde vergangenen November mit einer dringlichen Interpellation aus dem Parlament zur Handlung aufgefordert (WN vom 20. November 2025). Doch diese ist aus Sicht von Susanne Alfermann nicht notwendig.
«Die Hindernisse sind für Velos super platziert», sagt die Wilerin. Sie fühle sich dadurch vom Autoverkehr besser geschützt. Eine Gefahrensituation habe die 50-Jährige noch nie selbst erlebt, wisse aber um das Problem Bescheid: Nachdem Velo und Auto ein Verkehrselement auf ihrer jeweiligen Seite passiert haben, kann es nach dem Hindernis zum Zusammenstoss kommen. «Das hat mit dem Tempo zu tun», vermutet Alfermann. «Ich fahre maximal 25km/h, die schnelleren E-Bikes mit 40 und 45 km/h sind natürlich gleich schnell wie ein Auto. Da muss man etwas aufmerksamer sein.» Das einzige Manko für die Wilerin sind die engen Platzverhältnisse für den Bus. Damit dieser die Velofahrerin überholen kann, weicht sie manchmal auf das Trottoir aus.
Dass das Pilotprojekt viele Gegner hat, verwundert die Co-Präsidentin des Vereins Südquartier nicht. «Sobald es um eine Strassenberuhigung geht, gibt es immer Autofahrer als Gegner, die lieber über die Strasse heizen», ist sie sicher. Alfermann selbst ist immer mit dem Velo unterwegs. «Ich kann mir vorstellen, dass die vielen Elemente für Autofahrerinnen und Autofahrer nicht ideal sind», gibt sie zu. «Aber darum geht's ja bei dem Projekt. Die Strasse ist per Definition für Velofahrerinnen und Velofahrer.» Für die Autos soll es etwas schwieriger beziehungsweise unattraktiver sein, so die Wilerin. Nur so würden sie langsamer fahren oder einen anderen Weg nehmen.
Trotz positiver Grundhaltung hat Susanne Alfermann auch Verbesserungsvorschläge für die Velostrasse. «Die Fussgänger werden etwas vernachlässigt», kritisiert sie. Es fehle an Fussgängerstreifen. Ob es sich bei den grossen roten Flächen, wie es zum Beispiel beim Bergholz eine habe und eine Vortrittszone für Fussgänger handle, sei sie sich nicht sicher, so die Wilerin. Gemäss dem Departement Bildung, Umwelt und Verkehr der Stadt Wil soll mit der farblichen Gestaltung der Strassenoberfläche generell auf besondere Situationen aufmerksam gemacht werden und optisch «Achtung, hier aufpassen» anzeigen. Es sei aber keine rechtliche Vortrittsregelung. Alfermann hätte sich vorgängig und direkt vor Ort mehr Informationen gewünscht. «Dann wäre die Velostrasse vielleicht auch auf mehr Akzeptanz gestossen», glaubt Alfermann. Für mehr Klarheit soll aus der Wilenstrasse eine Begegnungszone mit Tempolimit 20 gemacht werden, schlägt sie vor. «Dann wäre die Trennung von Auto- und Veloverkehr noch klarer.»
Bis am 31. August können Hinweise und Anmerkungen aus der Bevölkerung online unter mitwirken.stadtwil.ch eingereicht werden.
Linda Bachmann
Untersuchungen zeigen: Die..
Seit Monaten bleibt das Restaurant..
Wiederholte Hygieneverstösse in..
Rund 2500 Pfadis aus dem ganzen..
Wieder muss ein Wiler Lokal..
Sende uns ein Bild oder Video! Bild hochladen
Wir verwenden Cookies zur Unterstützung der Benutzerfreundlichkeit. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung
Lade Fotos..