Arjeta Osmani
absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau.
Im Hof zu Wil hat Maurice Weber vor kurzem ein eigenes Büro bezogen. le
Maurice Weber spricht als neuer Wiler Botschafter über Verantwortung Zusammenhalt und Zukunft und darüber wie Wil seine Stärken selbstbewusster zeigen kann
WilMaurice Weber, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie erfuhren, dass Sie Botschafter werden?
Ich war überrascht. Im Tagesgeschäft und mit meinen laufenden Projekten hatte ich das gar nicht auf dem Schirm. Umso mehr habe ich mich über die Wahl gefreut.
Was bedeutet Ihnen dieser Titel persönlich – eher Ehre, Verantwortung oder auch Verpflichtung?
Ich fühle mich geehrt, dass man an mich gedacht hat. Als Unternehmer und mit der W+P Weber und Partner AG, die dieses Jahr ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert, erlebe ich täglich, wie wichtig Qualität, Verlässlichkeit und gute Zusammenarbeit sind. Diese Werte prägen auch mein Verständnis als Botschafter für Wil.
Was macht einen guten Botschafter für Wil aus?
Ich möchte Wil auf ostschweizerische Art vertreten, mit Ruhe und Sachverstand, so wie es die Stadt ausmacht. Wil steht für fachliche Qualität, überlegtes Handeln, gute Zusammenarbeit und ein starkes gesellschaftliches Zusammenleben. Viele kennen Wil kaum und staunen, was die Altstadt, die Geschichte und die Stadt neben dem FC Wil alles zu bieten haben. Genau das nach aussen zu tragen, sehe ich als Aufgabe eines Botschafters.
Wenn Sie Wil als Botschafter in drei Begriffen beschreiben müssten – welche wären das und warum?
Zurückhaltend, bodenständig und kompetent. Wir zeigen unsere Stärken oft zu wenig, sind aber authentisch geblieben und verfügen über viel Know-how und hohe Lebensqualität.
Botschafter stehen oft für Identifikation und Zusammenhalt. Wie möchten Sie Menschen in Wil verbinden?
Vor uns stehen grosse Aufgaben und viele gute Ideen und Projekte, die es umzusetzen gilt. Dabei sollten wir wegkommen vom Verhindern und Blockieren. Es geht darum, die beste Lösung für Projekte und die Entwicklung der Stadt zu finden – nicht darum, eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen. Die Schweiz lebt von der Demokratie, und diese gilt es zu respektieren. Wenn man miteinander im Gespräch bleibt, findet man in der Regel auch eine Lösung. Sonst blockieren wir uns in Wil unnötig durch Interessenskonflikte.
In einem Wahljahr wird viel über die Zukunft gesprochen: Welche Rolle können Botschafter dabei spielen?
Ein Botschafter kann helfen, den Fokus auf das Gemeinsame zu legen. Unterschiedliche Meinungen gehören zur Demokratie. Wichtig ist aber, dass wir Entscheide akzeptieren und danach ins Handeln kommen. Es geht darum, Lösungen zu finden statt zu blockieren, gerade auch mit Blick auf die nächste Generation.
Welche Bedeutung hat Gemeinschaft, sei es in der Stadt, in Vereinen oder beim FC Wil – für Ihre Vorstellung von Botschaftersein?
Gerade in Vereinen wie dem FC Wil kann man über persönliche Gesinnungen hinaus ein echtes Miteinander schaffen und ein gutes Gefühl entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, in der Stadt Wil gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Bevölkerung soll in den nächsten Jahren wachsen und damit auch das Steuersubstrat, damit wir uns als Stadt auch künftig etwas leisten können.
Wenn Sie als vom Verein Wil Tourismus neu gewählter Wiler Botschafter eine Botschaft an die Bevölkerung senden könnten wie würde diese lauten?
Die Stadt Wil und ihre Bewohner und Bewohnerinnen hat viel zu bieten – zeigen wir das selbstbewusst und ziehen wir gemeinsam an einem Strang. Wenn wir respektvoll miteinander umgehen und lösungsorientiert bleiben, können wir unsere Stadt aktiv weiterentwickeln und für die nächste Generation stärken.
Gibt es etwas, das Sie als Botschafter über Wil neu entdecken oder lernen möchten?
Cool wäre es, noch mehr Leute kennenzulernen. Als Präsident des FC Wil kenne ich viele aus dem Fussballumfeld, als «Hofnarr» habe ich eher im wirtschaftlichen Bereich neue Kontakte geknüpft und vor allem viele Restaurants entdeckt, die ich vorher nicht kannte. Da gibt es sicher noch viel mehr spannende Menschen, mit denen man gemeinsam etwas aufbauen oder die Stadt weiterentwickeln könnte.
Wenn die Stadt Wil eine Fussballmannschaft wäre: Auf welcher Position würde der Wiler Botschafter Maurice Weber spielen – Spielmacher, Captain oder doch eher Trainer?
Am ehesten wohl wäre ich der Captain. Einer, der zusammenhält, Orientierung gibt und dafür sorgt, dass das Team funktioniert. Spielmacher im operativen Geschäft gibt es genug, die ihre Rolle sehr gut ausfüllen. Und im Stadion hat es ja bekanntlich auch immer genügend potenzielle Trainer, die es ein bisschen besser wissen.
Hofnarr, Botschafter, was kommt als nächstes?
Ich war noch nie auf der Jagd nach möglichst vielen Titeln, ausser im Fussball. Es ist natürlich eine Ehre, wenn man die Leistung eines ganzen Teams und einer Firma in einer Person würdigt. Für mich persönlich bleibt aber weiterhin wichtig, jungen Menschen Perspektiven zu geben, im Fussball wie auch in der Geschäftswelt. Und dazu braucht es mehr als nur mich.
Lui Eigenmann
Lade Fotos..