Sophie Ullmann
stellt den Verein «impul-z» im WN-Vereins-Domino vor.
Das Classic Open Air Wil «Gershwin trifft Kálmán» wird an den kommenden zwei Wochenenden auf dem Hofplatz aufgeführt. Die Gesamtleiterin des musikalischen Anlasses, Florence Leonetti, verrät den WN, wie die Vorbereitungen für die Aufführungen verlaufen sind.
Wil Auf dem Hofplatz herrscht Ausnahmezustand: Vor dem Wahrzeichen der Äbtestadt ragt ein meterhohes Metallgerüst in die Höhe – die Tribüne für das Classic Open Air Wil (COW). Darauf nehmen heute Abend nach einer Zwangspause zum ersten Mal wieder Klassikfans Platz. «Noch bevor wir die Durchführung im letzten Jahr angekündigt haben, habe ich einige Anfragen erhalten, ob das Classic Open Air im 2025 wieder stattfindet», verrät Florence Leonetti. Kein Wunder, findet die Gesamtleiterin des COW, der Anlass finde bereits seit 2001 alle drei Jahre statt und gehöre fest in den Eventkalender der Stadt Wil. Für sie selbst ist es erst das zweite Durchführungsjahr im Organisationskomitee des Classic Open Airs – mit einer sechsjährigen Pause. «Wenn man etwas so lange nicht gemacht hat, muss man wieder reinkommen», gibt sie Anfang der Woche gegenüber dieser Zeitung zu – trotzdem lässt sie sich auch kurz vor der grossen Premiere nicht aus der Ruhe bringen.
Am Montag und Dienstag wurden die Bühne und die Tribüne aufgebaut. Mit acht Leuten vom Zivilschutz errichtete ein internationales Gerüstbauunternehmen die 8,5 Meter hohe Metallkonstruktion in der Wiler Altstadt. Rund 570 Zuschauerinnen und Zuschauer hätten darauf Platz, so Florence Leonetti. Bevor gestern die Generalprobe vor einigen Schulklassen und speziell geladenen Gästen stattfand, konnten die Schauspielerinnen und Musiker am Dienstagabend ein erstes und einziges Mal gemeinsam auf der Bühne proben. «Das ist sehr wichtig, denn vor allem die Übergänge zwischen den Akten müssen aufeinander abgestimmt werden», erklärt die Kulturmanagerin. Denn: Nicht nur die Bühne wird für das Stück genutzt, sondern auch die Kulisse der Altstadt. «Mal findet das Schauspiel beim Baronenhaus, mal beim Hof zu Wil statt – etwas, was das COW einmalig macht», schwärmt Leonetti. Nach der langen Schlechtwetterperiode ist sie deshalb umso mehr erleichtert, dass der Sommer in die Äbtestadt zurückgekehrt ist. «Wir haben aber natürlich trotzdem einen Backup-Plan.»
Das Backup ist in diesem Fall der Wiler Stadtsaal. Damit das Classic Open Air auch bei Regen stattfinden kann, wurde auch dort alles aufgebaut und eingerichtet. Wenn die Wetterprognose also kurzfristig ändern sollte, kann das Konzert trotzdem aufgeführt werden. «Das Stück ist eine Mischung aus Unterhaltung und Geschichte», so Leonetti. Beruhend auf wahren Begebenheiten wird zwischen den Musikstücken die Begegnung von George Gershwin und Emmerich Kálmán im Wien des Jahres 1928 erzählt. «Die Szenen wurden extra für das COW geschrieben und werden nur sieben Mal aufgeführt», ergänzt der Sohn der Gesamtleiterin des Open Airs, Luca Leonetti. Er und sein Bruder Mattia Leonetti unterstützen ihre Mutter während der Semesterferien ihres Studiums tatkräftig bei den Vorbereitungen. «Bei einem solchen Anlass braucht es viele Köpfe, die mitdenken», betont Luca Leonetti.
Beim Treffen mit dieser Zeitung, drei Tage vor der Premiere, haben die Leonettis bereits den Grossteil ihrer Aufgaben erledigt. «Wir sind super in der Zeit», so Mattia Leonetti. «Genau. Es brennt nirgends mehr», ergänzt sein Bruder. Noch nicht ganz zufrieden sind Mutter und Söhne allerdings mit dem bisherigen Ticketverkauf. «Es hat genügend Zuschauer, von ausverkauft sind wir aber weit entfernt», so Florence Leonetti. «Das Wetter in den vergangenen Wochen hat vermutlich nicht gerade Lust gemacht auf ein Open Air», vermutet Luca. Das Team des Classic Open Airs hoffe deshalb auf einige Kurzentschlossene. «Tickets sind noch für alle Vorstellungen verfügbar», so die Kulturmanagerin. «Für die spontanen Zuschauerinnen und Zuschauer gibt es eine Abendkasse vor Ort.»
Linda Bachmann
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