Sophia Erni
gewann den Thurgauer Malerlehrlingswettbewerb mit Äpfeln.
Kommende Woche wird der provisorische Schulmodulbau im Wiler Westquartier aufgerichtet. Die einzelnen Holzbaumodule erhalten gerade den letzten Schliff. Die WN haben sich in der Modulbauhalle in Winterthur umgesehen.
Wil/Winterthur Von einem Schulhaus ist im Wiler Westquartier noch nicht viel zu sehen. Nur anhand des Fundaments lassen sich die Dimensionen des geplanten Schulhausprovisoriums erahnen. Ende der nächsten Woche soll das Schulhaus an der Kreuzung Othmarstrasse/Gallusstrasse fertig aufgerichtet sein. Noch stehen die Einzelteile des Modulbaus knapp 30 Kilometer vom Bauplatz entfernt.
Zwölf Meter hoch und doppelt so breit ist die Modulbauhalle der Baltensperger AG in Winterthur. In ihrem Innern stapeln sich 54 anthrazitfarbene Holzmodule. Über den Köpfen der Handwerker surrt einer der beiden gelben Deckenkräne. In einer fliessenden Bewegung transportiert er zwei weisse Holzelemente zwischen den Modulen hindurch. «Das sind Teile der Küche – momentan werden noch die letzten Elemente eingebaut», erklärt Ruben Roser, er koordiniert die Bauarbeiten als Projektleiter. «Das Ziel ist es, das gesamte Gebäude vorzuproduzieren, so dass wir auf der Baustelle die einzelnen Holzmodule nur noch miteinander verbinden müssen», sagt Roser. So könne das Schulhaus vor Ort innert einer Woche aufgerichtet sein. Von Aussen braucht es noch etwas Vorstellungskraft, sich den 30 Quadratmeter grosse, und bis zu zwölf Tonnen schweren Quader als Schule vorzustellen. In ihrem Innern zeigt sich aber eine klare Vision. Sieben Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer, ein Schulleitungsbüro, sanitäre Anlagen und einen Technikraum. An den Spalten im Boden ist erkennbar, wo ein Modul aufhört und ein anderes anfängt. Die einzelnen Module werden gemäss Ruben Roser mit bis zu einem halben Meter langen Schrauben verbunden. Kleber werde nicht verwendet, damit das Schulhaus einfach rückbaubar bleibe.
Dass das geht, weiss CEO Beat Baltensperger. Sein Unternehmen hat bereits 70 Modulbauten mit insgesamt rund 2000 Modulbauteilen erstellt. Umgezogen hat die Baltensperger AG schon einige davon.
Das Holzbauunternehmen ist seit 15 Jahren auf Holzmodulbauten spezialisiert. Nicht nur die Produktion und der Aufbau der Module, auch die gesamte Planung wird inhouse erledigt. «Es ist ein wenig
so wie Lego bauen», vergleicht der CEO. Wir haben eine gewisse Anzahl verschiedener Module, die wir nach Belieben zusammensetzen können.» Weil die Arbeiten bei den verschiedenen Modulbauprojekten so ähnlich seien, würden die Prozesse stets verbessert und die Modelle immer ausgereifter – laut Beat Baltensperger ein bedeutender Vorteil, gegenüber der herkömmlichen Bauweise. «Wir arbeiten immer unter denselben Witterungsbedingungen, mein Team kennt sich und auch die Mitarbeitenden unserer Partnerfirmen», so der CEO. Ein regelmässiger Bauablauf vermindere die Fehlerquellen bedeutend. «Ich würde sagen, man erhält mit einem Modulbau sogar mehr als bei einem Massivbau vor Ort», meint der Unternehmer. Ruben Roser ergänzt: «Das ist schon lange kein provisorischer Pavillon mehr, sondern ein hochmodernes Minerigehaus.» Schliesslich müsse das Unternehmen dieselben Standards einhalten wie bei einem konventionellen Bau. «Bei der Statik sogar mehr, da die Module transportiert und mit dem Kran gehoben werden müssen.»
Wie bei einem Massivbau plane das Unternehmen bei dem Modulbau mit einer Lebensdauer von bis zu 50 Jahren, so Beat Baltensperger. Die Frage, ob ein Modulbau somit auch als langfristige Schulhauslösung dienen könne, bejaht er. Solche Projekte habe sein Unternehmen bereits umgesetzt. Das Schulgebäude in Stadt Wil ist als Übergangslösung gedacht, bis das Primarschulhaus Schillerstrasse umgesetzt ist. Das Stadtparlament hatte am 26. Juni 2025 für das Provisorium einen Kredit von 5,8 Millionen Franken gesprochen. Laut Ruben Roser kann dieses Budget aktuell eingehalten werden. Die Kosten pro Modul würden je nach Ausbaustandard stark variieren, so der Projektleiter.
Die Aufrichtungsarbeiten im Westquartier beginnen am Dienstag. Das Schulhaus soll gemäss dem Projektleiter innert zwei Tagen stehen – voraussichtlich, das Wetter spielt mit. Da die Elemente aus Holz und teilweise nicht geschlossen sind, ist das Unternehmen auf trockenes Wetter angewiesen. «Die Module einzupacken wäre möglich, aber nicht nachhaltig», so Ruben Roser. Etwa zwei Monate dauern die Anschlussarbeiten vor Ort, danach könne das Gebäude abgenommen und in den Sommerferien an die Stadt übergeben werden. Schon ab August sollen dann vier Primarschulklassen in das Gebäude einziehen.
Linda Bachmann
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