Sophie Ullmann
stellt den Verein «impul-z» im WN-Vereins-Domino vor.
Andreas Breitenmoser lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Wil. lin
Am 14. Juni findet die Ersatzwahl fürs Stadtpräsidium statt. Der Vize-Stadtpräsident Andreas Breitenmoser kandidiert für die Mitte-Partei. In den Gesamterneuerungswahlen 2024 erhielt der Wiler die meisten Stimmen. Breitenmoser erklärt, was dies für Ihn bedeutet.
Wil Andreas Breitenmoser, Sie kandidieren nun für das Stadtpräsidium. Was hat den Ausschlag gegeben, diesen Schritt zu machen?
Wil ist das Zuhause meiner Familie. In den letzten Wahlen habe ich die höchste Stimmzahl erreicht. Damit hatte ich persönlich nicht gerechnet. Das Ergebnis zeigt für mich das Vertrauen der Leute in meine Arbeit, ist aber gleichzeitig auch Verpflichtung. Ich sehe es als den nächsten logischen Schritt, mich für die ganze Stadt einzusetzen.
Sie waren überrascht. Hätten Sie sich dieses Resultat nicht zugetraut?
Ich habe mir das gar nie als Ziel gesetzt. Das primäre Ziel war meine Wiederwahl. Dass ich so viel mehr Stimmen erreichen würde als meine Mitkandidaten, hatte ich nicht erwartet. Es ist eine schöne Bestätigung, dass meine Arbeit geschätzt wird. Man darf es aber nicht überinterpretieren.
Die Stimmen stärken doch aber das Selbstvertrauen...
Nein, nicht wesentlich. Ein gesundes Selbstvertrauen hatte ich schon zuvor. Das braucht es auch für ein solches Amt.
Warum sind Sie der richtige Kandidat für diese Führungsrolle?
Ich bin aktuell Vizestadtpräsident und weiss somit, was auf mich zukommt – in den letzten fünf Jahren durfte ich mir mehrere Jahre Exekutiverfahrung aneignen. Ursprünglich komme ich aus der Wirtschaft und bin ein erfahrener und international bewiesener Manager. Als ausgebildeter Betriebsökonom habe ich nicht nur von Unternehmen, sondern auch vom Thema Finanzen Ahnung. Zudem kann ich gut auf Leute zugehen, zuhören und tragfähige Lösungen erarbeiten.
Braucht es Unternehmertum für das Amt?
Es schadet bestimmt nicht, das Unternehmertum und unternehmerisches Denken in die Politik einzubringen. Das ist mein klarer Vorteil gegenüber meinen Mitbewerbern. Ausser als Unternehmer – wie heben Sie sich von der Konkurrenz der anderen Parteien ab? Ich kann gut zuhören – egal ob jemand meine politische Haltung teilt oder nicht. Ich höre genau hin und versuche dann tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Sie kämpfen mit Ihrem guten Freund Jigme Shitsetsang um das Amt. Wie beeinflusst der Wahlkampf diese Freundschaft?
Es ist ein gesundes Miteinander. Ich denke, dies wird auch einen fairen Wahlkampf garantieren. Der Respekt voreinander muss genau gleich sein – ob man miteinander befreundet ist oder nicht. Ich schätze Jimmy und auch Mike sehr. Die Wiler Stimmbevölkerung hatte selten eine Auswahl, die so viele Bedürfnisse abdeckt. Für einige unserer gemeinsamen Freunde ist der Wahlkampf eine schwierige Situation. Einige davon halten sich bewusst raus, was ich verstehe.
Was würde Jigme Shitsetsang über Sie sagen?
Dass er mich schätzt als Freund, dass er meine Qualitäten genauso zu schätzen weiss wie ich seine.
Gibt es ein politisches Thema, bei dem sie sich nicht einig werden?
Das ist eine gute Frage. Es gibt einige Themen, bei denen ich mich mit der Meinung seiner Partei nicht einigen kann. Als Exekutivpolitiker steht allerdings das persönliche Werteset und das Wohl der Stadt im Vordergrund. Wir betreiben keine Parteipolitik. Gegen aussen tritt der Stadtrat geschlossen auf.
Was würden Sie konkret anders machen als Ihr Vorgänger Hans Mäder?
Mein Anliegen ist die Kommunikation nach aussen. Ich will Entscheidungen ausführlicher begründen und die Bevölkerung besser abholen. Den Dialog mit der Bevölkerung und dem Parlament will ich schärfen. Auch aus diesem Grund habe ich mit Thomas Abbt die Aktion «Mittenand bi de Lüüt» gestartet: Wir besuchen an den Wochenenden die verschiedenen Wiler Quartiere, um die Anliegen der Bevölkerung abzuholen. Kommenden Samstag sind wir von 10 bis 12 Uhr im Südquartier und von 14 bis 16 Uhr in Bronschhofen.
Aus dem Parlament wünscht man sich eine frühere Einbindung der Bevölkerung – gerade bei grossen Projekten. Wie könnte dies
gewährleistet werden?
In letzter Zeit hatten wir doch einige Projekte mit hohen Planungskosten, die bachab geschickt wurden. Das sind Ausgaben, die mich persönlich wurmen. Wir schwimmen nicht im Geld, ein früherer Volkseinbezug wäre hier bestimmt förderlich. Bei einer früheren Abstimmung steht die Projektplanung allerdings noch ganz am Anfang. Konkrete Zeichnungen und Details können der Bevölkerung noch nicht vorgelegt werden. So werden keine Steuergelder verschwendet, es bedingt aber auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Exekutive. Das kann wiederum nur durch Kommunikation geschaffen werden.
Sie leiten das Departement Versorgung und Energie. Welches sind die wichtigsten Errungenschaften Ihrer Legislatur?
Wir haben die Abstimmung zur Fernwärme gewonnen – das ist der höchste Kredit, der in der Stadt Wil je gesprochen wurde. Die Bautätigkeiten werden aktuell in verschiedenen Stadtteilen aufgenommen. Seit der letzten Legislatur sind wir ausserdem Energiestadt Gold. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das beweist: Wir bewegen uns in die Richtung Netto-Null.
Welche Rolle spielt die Energieversorgung der Zukunft für Ihre Politik als Stadtpräsident?
Es würde mich trotzdem interessieren, was in meinem jetzigen Departement passiert. Bei jedem Geschäft der verschiedenen Departemente kommt zu einem gewissen Zeitpunkt der Stadtrat ins Spiel. So habe ich weiterhin mit diesem zentralen Thema zu tun.
Vor welchen Herausforderungen steht die Stadt Wil und somit deren Präsident in naher Zukunft?
Eine grosse Herausforderung ist sicherlich der Umgang mit den Finanzen – gerade als Stadtpräsident. Zudem befassen wir uns aktuell
sehr intensiv mit der Stadtentwicklung. Hier werden richtungsweisende Entscheidungen gefällt, wo sich die Stadt in Zukunft hin entwickeln soll.
Wie gehen Sie mit dem Druck um, den diese Aufgaben mit sich bringen?
Druck gehört zum Stadtpräsidium. Man steht im Mittelpunkt, ab und an muss man sich erklären. Damit kann ich aber umgehen. Ich habe mit meinen 53 Jahren doch bereits eine lange Managementkarriere hinter mir. Da ist man durchaus in der Lage, etwas Druck standzuhalten.
Linda Bachmann
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