Arjeta Osmani
absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau.
Auf der Buchtaufe der beiden Feuerwehroffiziere Beda Sartory (l.) und Erich Grob wurde viel gelacht.
Über 60 Jahre Feuerwehrdienst liefern Stoff für ein ungewöhnliches Buch: Bei der gestrigen Buchtaufe wurde deutlich, dass hinter den Einsätzen oft auch amüsante Geschichten stecken.
Wil Statt an ihren gewohnten Plätzen in der Halle standen die Feuerwehrautos gestern Abend draussen vor dem Sicherheitsverbund Region Wil an der Bronschhoferstrasse 71. Drinnen blieb es jedoch alles andere als still: Heiteres Lachen erfüllte die grosse Halle. Die erfahrenen ehemaligen Feuerwehroffiziere Beda Sartory und Erich Grob stellten ihr Buch «Feuerwehr-Anekdoten – 55 Mal Schmunzeln» vor. Die beiden Autoren zeigten an ihrer Buchtaufe dem Publikum aus Feuerwehr, Politik und Wirtschaft zwei Leseproben, projiziert auf eine grosse weisse Leinwand.
Und wie kamen die beiden auf die Idee, lustige Anekdoten aus dem Feuerwehralltag in einem Buch festzuhalten? «Zusammen erlebten wir über 60 Jahre Feuerwehrdienst. Wir absolvierten Hunderte Übungen, leisteten über 2000 Einsätze und verbrachten unzählige Stunden, in denen wir die Kameradschaft pflegten, zusammen. Da gibt es viel zu erzählen», sagt Beda Sartory. «Wir wurden von unseren Kameraden oft darauf angesprochen, wir sollten die Erlebnisse, die wir gelegentlich am Stammtisch erzählten, für die Nachwelt festhalten», ergänzt Erich Grob. Gesagt, getan. Vergangenen Sommer schrieben die Offiziere ihr Buch. «Es sind 55 Kurzgeschichten, die in zwei bis sieben Minuten gelesen sind», verrät Sartory.
Anfangs, so die beiden Männer, sei nicht klar gewesen, wie viele Geschichten es werden würden. «Wir sammelten zu Beginn die Geschichten, die uns einfielen. Von 60 schafften es 55 ins Buch», so Grob. Ideen für einen zweiten Band seien jedoch bereits vorhanden, erzählen sie mit einem Schmunzeln. «Der Schreibprozess hat einen Riesenspass gemacht», erinnert sich Erich Grob. So sei bei jedem Treffen viel gelacht worden. «Die Anekdoten schrieben wir alle aus dem Kopf. Es basieren alle auf wahren Begebenheiten», sagt Beda Sartory. Ihren Ursprung hätten sie in der Feuerwehr Wil. «So kommen Geschichten aus dem Einsatz, aus Übungen und auch aus Erlebnissen, die uns erzählt wurden, zusammen. Auch einige Streiche haben wir festgehalten», so Grob.
«Die Streiche, die wir uns untereinander spielten, waren immer im Guten gemeint», versichert Sartory. So habe Erich Grob, gelernter Rasio-TV-Elektriker, die Alarmempfänger seiner Gruppe so manipuliert, dass sie die Alarme gleichzeitig mit dem Kommando erhielt. «Wir waren so stets die Ersten beim Einsatz. Als die Sache rauskam, half ich, zwar zähneknirschend, beim Rückbau», lacht Grob. «Die Feuerwehr ist eine Familie», betont Beda Sartory. Sein Kamerad ergänzt: «Wir haben ein Milizsystem, anders als bei anderen Blaulichtorganisationen kommen wir aus der Freizeit zusammen.» So könne es auch sein, dass die Männer und Frauen direkt aus dem Bett im Stützpunkt erscheinen. «Man lernt sich so auf eine ganz andere Art kennen», schmunzeln die beiden.
Die 55 Anekdoten werden von Karikaturen begleitet. Diese stammen jedoch nicht aus der Feder einer Künstlerin oder eines Künstlers, sondern wurden durch künstliche Intelligenz (KI) erstellt: «Wir wollten erst jemanden für die Zeichnungen engagieren, stellen jedoch rasch fest, dass dies unser Budget gesprengt hätte», erinnert sich Erich Grob. «Das Erstellen mit KI kostete uns sehr viel Zeit und wir mussten einiges erst lernen», betont Beda Sartory. So habe es einige merkwürdige Ergebnisse gegeben, die die Offiziere korrigieren lassen mussten. «Einen Fehler fanden wir aber so witzig, dass wir ihn einfach so gelassen haben», verrät Grob. Einer musste in der Druckerei korrigiert werden: «Eine Sprechblase liess sich partout nicht der richtigen Person zuordnen. Das mussten wir vom Profi beheben lassen», schmunzelt Sartory. Ihr Buch, so die Feuerwehrmänner, sei für jeden gedacht. «Mein Schwager war Testleser und hat mit der Feuerwehr nichts zu tun, lustig fand er es trotzdem», so Erich Grob. Das 88 Seiten umfassende Werk kann unter www.feuerwehr-anekdoten.ch oder im Buchhandel gekauft werden.
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