Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Michael Sarbach möchte die Innenstadt beleben.
Michael Sarbach, Fraktionspräsident der Grünen Prowil, forderte in einer Interpellation die Überprüfung publikumsorientierter Erdgeschossnutzungen in der Äbtestadt. Nun liegen die Antworten des Stadtrats vor.
Wil Michael Sarbach befürchtet, dass die Äbtestadt ohne gezielte Massnahmen ihre Vielfalt und somit ihre Attraktivität verliert. Der Fraktionspräsident der Grünen Prowil reichte deshalb am 14. Oktober 2025 mit 18 Mitunterzeichnenden die Interpellation «Wil soll leben – nicht nur wohnen» ein. Darin forderte er den Stadtrat auf, im Zuge der Ortsplaungsrevision in der Altstadt und Oberen Bahnhofstrasse eine publikumsorientierte Nutzung der Erdgeschosse zu überprüfen. Der Stadtparlamentarier ist nicht mit allen Antworten des Stadtrats zufrieden.
Der Stadtrat beurteilt die Entwicklung in der Innenstadt differenziert: Während die Gastronomie insgesamt stabil sei, stehe insbesondere das klassische Gewerbe in der Altstadt unter Druck, was auf vielfältige strukturelle Ursachen zurück-zuführen sei. Planerisch könne die Stadt mit der laufenden Ortsplanungsrevision gegensteuern. «Mit dem vorliegenden Richtplan-Entwurf Siedlung und Grün-/Freiraum wird diesem Anliegen Rechnung getragen, indem die Innenstadt als zentraler Entwicklungs- und Belebungsraum positioniert wird», heisst es im Antwortschreiben. Zurzeit werden die Ergebnisse der öffentlichen Mitwirkung im Herbst 2025 zum Richtplan-Entwurf ausgewertet. Ziel sei es, dass dieser im Laufe des Jahres vom Stadtparlament genehmigt werde.
Die Aufwertung des öffentlichen Raums, so der Stadtrat, gelte als zentrale Voraussetzung. Die Stadt setzte für die Weiterentwicklung der eigenen Strategien auch auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Städten. Dies reiche aber ohne Engagement privater Akteure nicht aus. Leerstände sieht der Stadtrat primär in der Verantwortung der Eigentümerschaft.
«Der Stadtrat bekennt sich zwar zu einer lebendigen Innenstadt, was ich positiv beurteile. Er bleibt bei konkreten Massnahmen jedoch sehr zurückhaltend», sagt Michael Sarbach auf Anfrage dieser Zeitung. «Gute Konzepte und langfristige Planungen sind wichtig, doch urbanes Leben entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch aktive Ermöglichung.» Wenn Wil wieder attraktiver werden wolle für Gastronomie, Gewerbe, Kultur und Begegnung, dann brauche es eine aktivere Rolle der Stadt und spürbare Impulse. Vergleichbare Städte wie Baden, Solothurn oder Thun würden es vormachen, betont der Grüne-Politiker seine Argumente aus der Interpellation. Er werde das Thema auch zukünftig weiterverfolgen.
Linda Bachmann
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