Ramon Gschwend
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Der Wiler Bahnhofplatz und die Allee sollen neu gestaltet werden. Nun hat der Stadtrat das Bauprojekt für das Vorhaben vorgelegt. Wie der Stadtkern um den Bahnhof zukünftig aussehen soll und was das Generationenprojekt kostet.
Wil Bereits 2015 wurde ein Masterplan «Zukunft Bahnhof Wil» verabschiedet. Darauf basiert der nun vorliegende Bericht für das Projekt «Aufwertung Stadtraum Bahnhof Wil/Allee», in dem der Stadtrat einen Bruttokredit von 64,5 Millionen Franken beim Stadtparlament beantragt. Darin ist das Projekt und seine wesentlichen Bestandteile auf dreissig Seiten ausgeführt: die Neugestaltung des Bahnhofplatzes mit Busbahnhof, die Verschiebung der Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn sowie die Umgestaltung der Oberen Bahnhofstrasse und der Allee.
Das Zentrum des Bahnhofplatzes bildet das rund 120 Meter lange und zehn Meter breite Mittelperron, welches parallel zum Aufnahmegebäude verläuft. Auf dem Dach der Konstruktion sind Photovoltaikelemente geplant. Entlang des SBB-Gebäudes sowie parallel zum Stadtsaal gibt es zwei weitere Haltekanten. Insgesamt soll es so 20 Halteplätze für Busse geben. Davon sind 17 für Regional- und Stadtbusse, zwei für Bahnersatz sowie einer für die Kleinfahrzeuge des Salü-Taxis angedacht.
Der bestehende Bahnhofplatz ist allerdings zu klein, um für die geplanten 20 Bushalteplätze eine behindertengerechte Einstiegssituation anzubieten. Voraussetzung für die Realisierung des Gesamtprojekts ist deshalb die Verschiebung der Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn um 85 Meter nach Westen. Auf dem neuen Dach ist ebenfalls eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen.
Auch für Autofahrer wird sich einiges ändern: Der Strassenraum um den Bahnhof wird eine Tempo-30-Zone. Ausserdem wird die Durchfahrt über den Bahnhofplatz zwischen der Einfahrt des Bahnhof-Parkings an der Weststrasse 4 und der Frauenfeld-Wil-Bahn nicht mehr gestattet sein. Mit diesen Massnahmen soll das Quartier vom Verkehr entlastet werden. Die Hauptzufahrt für Taxis und Lastwagen sowie für Autos führt über die Winkelriedstrasse. Die Kurzzeitparkfelder werden ins erste Untergeschoss des Bahnhof-Parkings verlegt, das via Personenunterführungen erreichbar ist.
Die bestehende Veloabstellanlage mit 870 Plätzen wird durch ein unterirdisches Veloparkhaus für 1109 Velos mit Zufahrt bei der Frauenfeld-Wil-Bahn ersetzt. Dazu kommen 600 zusätzliche Veloabstellplätze in der Überbauung Perronimo. Im Bereich des heutigen Güterschuppens wird ein provisorisches Gebäude als Touristenbüro erstellt.
Die westliche Baumreihe der Allee bleibt erhalten, die Kastanien auf der Strassenseite hingegen, müssen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands gefällt werden. Als Ursache dafür wird im Bericht vor allem der hohe Salzeintrag aus dem Winterdienst genannt. Einzelne Bäume seien dadurch bereits eingegangen. Da Kastanien zudem den zukünftigen klimatischen Bedingungen nicht gewachsen sind, wird die östliche Baumreihe durch robustere Linden ersetzt.
Insgesamt beantragt der Stadtrat für das Projektvorhaben einen Kredit von 64,5 Millionen Franken. Dieser Betrag setzt sich aus 41,9 Millionen Franken für den Bahnhofplatz, 14,3 Millionen Franken für die Verlegung der Frauenfeld-Wil-Bahn und 8,3 Millionen Franken für die Obere Bahnhofstrasse und die Allee zusammen. Davon entfallen 18,5 Millionen Franken an den Bund und 4,75 Millionen Franken an den Kanton. Die Appenzeller Bahnen, Betreiberin der Frauenfeld-Wil-Bahn, sollen sich mit 3,6 Millionen Franken, die Technischen Betriebe Wil (TBW) mit einer Million Franken und die SBB mit 100'000 Franken beteiligen. Die Stadt Wil muss schlussendlich also für einen Betrag von 36,2 Millionen aufkommen.
Die Verschiebung der Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn wurde vom Bund bereits genehmigt, die Umgestaltung des Bahnhofplatzes und der Allee wurden vergangenen Juni eingereicht. Deren Genehmigung sei gemäss Stadtrat aber erst im Jahr 2027 beziehungsweise 2031 zu erwarten. Die Bauausführung ist in vier Etappen über rund fünf Jahre geplant, so heisst es im Schreiben des Stadtrats, wobei der Betrieb des Bahnhofs und Busbahnhofs jederzeit gewährleistet bleibt. Mit einem Baubeginn wird voraussichtlich im Jahr 2029 gerechnet. Begonnen wird mit dem Abbruch und dem Neubau der Frauenfeld-Wil-Bahn-Haltestelle.
Linda Bachmann
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