Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Hans Sutter ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder.
Als neutraler Versicherungsbroker konzentriert sich die MZO AG seit über 20 Jahren auf die Bedürfnisse von KMUs, Behörden und Privatpersonen. Der technologische Fortschritt und die rasante Digitalisierung verlangen heute individuelle Versicherungslösungen. Über 250 Unternehmen und rund 1200 Privatkunden profitieren von der bodenständigen, persönlichen und kompetenten Art, mit welcher die MZO AG der komplexen Versicherungsmaterie begegnet. Die MZO AG steht auf der Seite des Kunden und berät, von der Offertstellung bis zur Schadenregulierung. Unsere Kunden freuen sich über diese Entlastung. Hans Sutter ist seit 2019 der Inhaber und Geschäftsführer der MZO AG.
Zuckenriet Wie sieht Ihr Morgenritual aus und wie viel Kaffee trinken Sie dazu?
Zum Glück ist meine Frau auch eine Frühaufsteherin. Sie ist rund zehn Minuten vor mir auf den Beinen und bringt bei dieser Gelegenheit gleich zwei Kaffees mit. Dafür gebe ich ihr einen Vorsprung im Bad.
Um welche Zeit starten Sie in den Feierabend und was tun Sie davor als Letztes?
Meine Arbeitstage sind sehr individuell und der Übergang in die Freizeit ist fliessend. Die Abende sind üblicherweise belegt mit Kundenterminen, Musikproben oder Sport. Ich schätze jedoch die ungestörte Ruhe danach, um komplexe Korrespondenz zu lesen oder Mails zu schreiben. So gesehen habe ich keinen Feierabend. Getreu dem Motto: Wer liebt, was er tut, braucht nie wieder zu arbeiten.
Welche Eigenschaften braucht ein guter Chef?
Wir leben in einer modernen Arbeitswelt, in der wir versuchen, den Mitarbeitern Sinn, Spass und Spielraum einzuräumen. Je grösser dieser Spielraum ist, desto wichtiger sind eine klare Kommunikation, transparente Führungsgrundsätze und nachvollziehbares Commitment. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit erachte ich daher heute noch als unabdingbare Eigenschaften eines Chefs, speziell zu Zeiten von Homeoffice.
Wie punkte ich im Bewerbungsgespräch bei Ihnen und was geht gar nicht?
Ich halte mich an die WWK-Formel (Wissen, Wollen, Können). Das Wissen ist eine Frage der (Aus)Bildung. Erfahrungen und Fähigkeiten zeigen das Können, entnehmbar dem Arbeitszeugnis. Interessant und entscheidend wird es erst beim Wollen. Hier begeistern mich Menschen, welche ihren Antrieb und Visionen glaubhaft und auf gewinnbringende Art darlegen können. Zum Schluss höre ich auf mein Bauchgefühl. Was nicht geht, ist ein schlaffer Händedruck. Ich habe dann das Gefühl, einen toten Fisch zu halten.
Womit langweilt man Sie am meisten?
Repetitive Arbeit finde ich eher langweilig. Ich mag Herausforderungen. Solche muss man in der komplexen Versicherungswelt nicht lange suchen. Jeder Kunde ist einzigartig und hat andere Bedürfnisse und deshalb Anspruch auf eine individuelle Lösung.
Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie nochmals am Start einer Führungsposition wären?
Reklamationen wären von Anfang an Chefsache.
Wie oft schläft man als Chef unruhig und wieso?
Wir haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch, der auf vielen Details beruht. An intensiven Tagen mit hoher Themenkadenz kann schnell etwas vergessen gehen. Dann kreisen die Gedanken noch weiter und stören den nötigen Schlaf. Dies kommt Gott sei Dank nicht so oft vor.
Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?
Als Bauernsohn ist die Frage schnell beantwortet. Ich entschied mich jedoch für einen handwerklichen Beruf als Möbelschreiner.
Welches ist der wichtigste Rat, den Sie je erhalten haben?
Es war mehr ein prägendes Erlebnis, anstelle eines Rats. 2017 bin ich den Jakobsweg in Spanien gelaufen. Am dritten Tag traf ich früh morgens einen alten, grauhaarigen Mann (John aus Massachusetts, 82-jährig). Er schlurfte ganz langsam und zog sein Gepäck in einem Karren hinter sich her. Wir wechselten ein paar Worte, dann zog ich das Tempo wieder an und wünschte ihm «Buen Camino». Ich dachte mir, bei seinem Tempo braucht er ewig bis nach Santiago. Am nächsten Tag staunte ich nicht schlecht, als er zur Morgendämmerung wieder vor mir lief. Am dritten Tag, als sich unsere Wege wieder kreuzten, legte er seine Hand auf meinen Arm und sagte: «Du kannst so schnell laufen wie du willst, es sind auch für dich noch 630 Kilometer.»
Welche Erfahrungen aus Ihrer Ausbildungszeit sind für Sie heute noch aktuell?
Vertrauen muss man sich erarbeiten. Nicht ohne Grund wird Vertrauen «risikobehaftete Vorleistung» genannt. Es war eine gute Lebensschule, zuunterst anzufangen.
Wer soll als nächster Kandidat diese Fragen beantworten und warum wählen Sie diese Person aus?
Gerne nominiere ich Raphael Fisch aus Zuzwil. Er ist Inhaber und Partner der Anwaltskanzlei SteuriFisch Rechtsanwälte Notare in Wil.
Was würden Sie von anderen Chefs gerne wissen?
Wie gehen Dienstleister in beratungsintensiven Branchen mit der Digitalisierung um.
Diese Frage von Ivo Natter (Wiler Nachrichten vom 30. April): Wie sieht die Führung in Zeiten von Corona aus? Und wie überbrücken die Chefs die örtliche Distanz?
Wir sind ein kleines, eingespieltes Team und jeder weiss, was er zu tun hat. Dennoch sind eine klare Kommunikation und Koordination jetzt wichtiger denn je. Die Krise widerspiegelt uns auch den aktuellen Stand der Digitalisierung. Es ist interessant zu erleben, wie die Kunden auf Skype und Fernberatungen reagieren. Unserer Erfahrungen zeigen, dass die Digitalisierung an Grenzen stösst, vorallem dann, wenn es um existenzielle Themen geht. Ein persönliches Gespräch, Face to Face, schafft Vertrauen und kann nicht gänzlich substituiert werden.
fst
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