Ramon Gschwend
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Für die Gemeinde Kirchberg ist die Kaminfeger-Toggenburg GmbH zuständig. Diese zieht Gebühren direkt beim Kunden ein, auch dann, wenn sie selbst nicht vor Ort war. Diese Gebührenerhebung sei so nicht kundenfreundlich, sind sich die Kaminfeger Jürg Hugentobler und Manuel Bachmann einig.
Kirchberg Der Kaminfeger soll seit jeher ein Glücksbringer sein. Doch in Kirchberg scheinen die Glücksmomente mancher Kunden verflogen zu sein. Grund dafür ist eine Gebührenerhebung, die für Unverständnis sorgt. Wer Hausbesitzer ist, bekommt je nach Heizungssystem mindestens einmal pro Jahr Besuch vom Kaminfeger. In Kirchberg ist dies aufgrund einer Monopolstellung die Kaminfeger-Toggenburg GmbH, deren Besitzer Boris Hunziker ist. Trotz Monopol ist es aber möglich, den Kaminfeger bei Unzufriedenheit zu wechseln. «Das sollte aber eine Ausnahme bleiben», sagt Kaminfegermeister Jürg Hugentobler aus Wil. Er wie auch sein Kaminfegerkollege Manuel Bachmann aus Münchwilen betreuen mittlerweile über 80 Kunden in der Gemeinde Kirchberg. Dies wäre ja grundsätzlich kein Problem, wenn da nicht die Gebühren wären.
Die meisten Gemeinden im Kanton St.Gallen haben die Durchführung von Abgasmessungen liberalisiert. «Das heisst, andere Firmen können Abgasmessungen machen. Ideal für den Kunden ist es, wenn gleichzeitig die Messung und die Reinigung der Feuerungsanlage vom Kaminfeger erledigt werden», sagt Manuel Bachmann. Es sei üblich, dass Kaminfeger für die Abgasmessung Gebühren abliefern. «Wir senden dazu einen Rapport an die Fachstelle, die diesen erfasst und dann Stichproben beim Kunden vornehmen kann», erklärt Hugentobler. In Kirchberg werden nebst den Gebühren für die Abgasmessungen nun zusätzlich Gebühren für die Reinigung (Kaminfegerarbeiten) eingezogen. Die Kosten sind im Tarif über Gebühren und Entschädigungen im Gemeindereglement festgelegt.
Wenn in der Gemeinde Kirchberg, ein anderer Kaminfeger als die Kaminfeger-Toggenburg GmbH arbeiten erledigt, bekommt der Kunde zwei Rechnungen. «Einerseits zahlt er dem Drittkaminfeger die Dienstleistung. Später erhält der Kunde noch eine Gebührenerhebung durch Boris Hunziker, obwohl seine Firma nicht vor Ort war. Das sorgt bei den Kunden für Kopfschütteln und beschert uns zusätzliche Aufklärungsarbeit. Jürg und ich haben zahlreiche Anrufe erhalten», sagt Manuel Bachmann. Dass dem so ist, haben ehemalige Kunden von Boris Hunziker gegenüber den WN bestätigt. Weder Hugentobler noch Bachmann stellen die Gebühren an sich infrage. Es gäbe aber kundenfreundlichere Möglichkeiten, sind sich die beiden sicher. Dass die Kunden für einen Kaminfegerwechsel zur Kasse gebeten werden, können sie nicht verstehen. «Wenn ich meinen Telefonanbieter wechsle, muss ich auch keine Gebühren an den ehemaligen entrichten», sagt Manuel Bachmann.
Manuel Bachmann und Jürg Hugentobler müssen aufgrund der Monopolstellung einen Reinigungsrapport an Boris Hunziker senden. «Er hat dann einen kleinen administrativen Aufwand. Die Gebührentarife hat Hunziker von der Feuerungskontrolle eins zu eins übernommen und führt quasi eine eigene Fachstelle Kaminfegerei», sagt Jürg Hugentobler. Dabei gebe es in den beiden Gemeindereglementen zum Feuerschutz und zu den Luftreinhaltemassnahmen vier verschiedene Gebührenkategorien. Für das Nachtragen des Reinigungsregisters werden beispielsweise 25 Franken fällig. «Ursprünglich waren 40 Franken vorgesehen. Ich setzte mich aber bei der Gemeinde für eine Anpassung ein», sagt Hugentobler. Er und Bachmann bemängeln auch, dass Boris Hunziker bei allfälligen Unregelmässigkeiten, beispielsweise einem Rapportversäumnis, nicht direkt mit ihnen Kontakt aufnehme. Er suche den Weg über die Gemeinde und beschere den Mitarbeitenden administrativen Aufwand, der nicht nötig wäre. Es sei an der Zeit, das Kaminfegermonopol aufzuheben, sind sich Jürg Hugentobler und Manuel Bachmann einig.
Von Andreas Lehmann
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