Ramon Gschwend
fährt in einer 16-tägigen Rallye bis ans Nordkap+.
Das Thermometer klettert tagsüber über 30 Grad: Wie reagieren die Schulen in der Region? Welche Massnahmen ergreifen sie für einen angenehmen Unterricht?
Die Schülerinnen und Schüler aus der WN-Region sind Anfang dieser Woche in die brütend heissen Schulzimmer zurück-gekehrt. Welche Massnahmen ergreifen die Schulen aus der Region bei den hohen Temperaturen?
Region Die Sommerferien sind zu Ende. Obwohl es noch immer eher Wetter für die Badi ist, müssen die Schülerinnen und Schüler seit Montag wieder die Schulbank drücken. Die Redaktion hat bei den Schulen aus dem WN-Einzugsgebiet nachgefragt, wie sie mit den aktuellen Temperaturen umgehen.
Die Schulbetriebe aus der Umgebung sind sich alle einig: Die Hitze ist ein ernstzunehmendes Thema. «Hohe Temperaturen stellen für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen eine zusätzliche Belastung dar», sagt der Jonschwiler Schulpräsident Peter Haag auf Anfrage. Die Primarschule Lütisburg setzt auf konsequentes Lüften am Morgen und das Abdunkeln der Schulräume. Laut dem Primarschulleiter Lukas Pelzmann passen die Lehrpersonen den Unterricht den Temperaturen an. Zum Lernen würden die kühlen Orte im Schulhaus genutzt und zusätzlich Ventilatoren eingesetzt. In den Jonschwiler Schulen treffen die Schulleitungen je nach Tagesverlauf, Gebäudesituation und Belastung der Klassen individuelle Massnahmen. «Jede Schule verfügt über unterschiedliche räumliche Voraussetzungen, weshalb pauschale Vorgaben wenig zielführend wären», erklärt Haag. Zu den Massnahmen gehören unter anderem morgendliches durchlüften der Klassenzimmer, vermehrte Pausen, schattige Aufenthaltsorte, das Nutzen kühlerer Räume oder das Verschieben einzelner Aktivitäten. Die «Kits Dayschool» in Bronschhofen versucht zudem, möglichst viele Unterrichtseinheiten und Aktivitäten nach draussen zu verschieben. «Zum Beispiel in den Schatten des nahe gelegenen Waldes. Auch zusätzliche Besuche im Schwimmbad stehen an heissen Tagen auf dem Programm», führt die Sekretariatsleiterin Janine Spöri aus.
Die Wiler Schulen halten sich im Allgemeinen an die Empfehlungen des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, schreibt die Stadt Wil. Dieser schlägt in seinem Positionspapier ein mehrstufiges System vor: Bis 26 Grad wird der Unterricht regulär abgehalten, zwischen 26 und 30 Grad werden organisatorische Anpassungen getroffen und ab 30 Grad wird der reguläre Unterricht eingestellt, also körperlich oder kognitiv anstrengende Aktivitäten eingeschränkt. «Das sogenannte ‹Hitzefrei› im Sinne eines Heimschickens ist aufgrund der Aufsichts-, respektive Obhutspflicht der Schule nicht möglich», heisst es von der Stadt.
Einige Schulen haben gegen die Hitze auch bauliche Massnahmen getroffen. In den Wiler Schulen werden gemäss den Verantwortlichen Beschattungs- und Belüftungsmöglichkeiten geprüft sowie passive Kühlsysteme genutzt. Bei Neubauten würde zudem darauf geachtet, die Gebäude nicht mehr durchgängig nach Süden auszurichten. Nur in älteren Schulbauten seien solche Massnahmen schwierig umzusetzen. In den Räumlichkeiten der Kits Dayschool herrscht gemäss Janine Spöri aufgrund der hohen Decken auch im Sommer ein vergleichsweise angenehmes und erträgliches Raumklima. Bauliche Anpassungen spricht sie deshalb nicht an.
Das Hitzethema wird die Schulen der WN-Region auch in Zukunft beschäftigen. Für übergeordnete Regelungen sehe die Schule Jonschwil aber aktuell keinen Bedarf, betont Peter Haag. «Eine fixe Obergrenze, ab welcher der Unterricht ausfällt, möchten wir bewusst nicht festlegen. Jede Hitzesituation ist anders, und die Schulen sollen weiterhin flexibel reagieren können.» Lukas Pelzmann von der Primarschule Lütisburg sagt: «Unser Schulrat setzt sich mit dem Thema Hitzeschutz auseinander und prüft im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten weitere Schritte. Wir nehmen das Thema ernst, wollen jedoch keine vorschnellen Entscheide treffen.» In der Stadt Wil wird sich das Departement Bildung und Sport in nächster Zeit intensiver mit der Hitzeproblematik beschäftigen. Zu diesem Zweck werde das Departement eine Arbeitsgruppe einsetzen.
Linda Bachmann
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